Mo, 20. Mai 2019
17.05.2019 11:05

Insider beruhigt:

Trump will keinen Krieg mit dem Iran

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran gilt aktuell als die vielleicht gefährlichste Krise der Welt. Doch nach dem Säbelrasseln auf beiden Seiten in den vergangenen Tagen vernimmt man nun wieder versöhnlichere Töne - vor allem aus dem Weißen Haus. US-Präsident Donald Trump meinte am Donnerstag, er hoffe nicht, dass es zu einem Krieg gegen den Iran kommt. Nun betonte auch ein US-Regierungsvertreter, der anonym bleiben möchte, dass Trump gegenüber seinem nationalen Sicherheitsteam und Beratern gesagt habe, er wolle eine militärische Auseinandersetzung vermeiden.

„Er will nicht in den Krieg ziehen. So ist er nicht“, sagte der Regierungsvertreter gegenüber US-Medien. Trump habe aber klargemacht, dass er die Interessen der USA in der Region wahren werde. Zuletzt hatten sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran durch Anschläge auf Öltanker und Ölanlagen in der Golfregion verschärft, hinter denen der Iran oder seine Partner vermutet werden. Trump ließ US-Kriegsschiffe und -Bomber in die Region verlegen, nachdem geheimdienstliche Warnungen publik geworden waren, wonach mit dem Iran verbündete Milizen Angriffe auf US-Soldaten im Irak planen würden. Seit dem Ausstieg aus dem Atomabkommen im vergangenen Jahr hat Trump neue Sanktionen verhängt, um ein stärkeres Entgegenkommen der Islamischen Republik zu erzwingen.

Nahost-Friedensplan vom Iran torpediert
Für die USA ist der Nahe Osten geopolitisch eine wichtige Einflusssphäre. Mit Saudi-Arabien und Israel ist die Region Heimat zweier der wichtigsten US-Verbündeten. Ein ohnehin fast unmöglicher Nahost-Friedensplan zwischen Israelis und Palästinensern - ein wichtiges außenpolitisches Vorhaben Trumps - ist mit einem starken Iran noch viel schwieriger umzusetzen. Nahost ist die Schnittstelle von West und Ost - und die wichtigste Region für Bodenschätze weltweit. Wer dort die Oberhand hat, hält einen großen Trumpf. So viele Kräfte zerren an dieser Karte, dass die Region seit Jahrzehnten ein Hort für politische Instabilität geworden ist.

Kuwait, Irak, Syrien, Türkei, Afghanistan - der Iran hat kaum ein Nachbarland, in dem keine Soldaten des Erzfeindes USA stationiert sind, ausgerüstet mit modernsten Waffensystemen zu Wasser, zu Lande und in der Luft. In Teheran ist bekannt, dass ein Regierungswechsel das eigentliche Ziel der Amerikaner und ihrer Verbündeten ist - weg von der religiös-schiitischen Mullah-Herrschaft, hin zu einem freieren und - für die Nachbarn ungefährlicheren - System. Diesen Regierungswechsel würde Trump am liebsten über den wirtschaftlichen und finanziellen Druck auf den Iran erreichen.

Ayatollah: „USA wollen unsere Entschlossenheit testen“
Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei zeigte sich am Dienstag überzeugt, dass die USA ohnehin nur die Entschlossenheit des Iran testen wollen. „Weder wir noch sie suchen den Krieg, weil sie wissen, dass er nicht in ihrem Interesse wäre“, sagte der 79-Jährige, der im Iran in politischen Fragen das letzte Wort hat. Zugleich betonte er, die iranische Nation sei entschlossen, „Amerika Widerstand zu leisten“.

Bundeswehr setzt Ausbildungsmission im Irak fort
Als weiteres Zeichen einer Neubewertung der Sicherheitslage im Nahen Osten könnte auch die Entscheidung der deutschen Regierung gewertet werden, die Ausbildungsmission der irakischen Armee wieder fortzusetzen. Diese Mission wurde am Montag wegen der möglichen Bedrohung durch schiitische Milizen unterbrochen. Aus Militärkreisen hieß es dazu, die Ausbildung werde am Wochenende wieder aufgenommen.

Die Bundeswehr ist von Jordanien aus am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien und im Irak beteiligt und hat im Irak derzeit etwa 160 deutsche Soldaten stationiert. Davon sind etwa 60 Soldaten in einem Militärkomplex in Tadschi, nördlich von Bagdad, wo die Ausbildung für Kräfte der irakischen Streitkräfte läuft. Rund 100 Soldaten sind im Kurdengebiet im Norden des Landes.

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