12.05.2019 12:25 |

„Bazillus“, „hirnlos“

Wahl-Duell zwischen SPÖ und FPÖ eskaliert völlig

Mit Fortdauer des EU-Wahlkampfes verhärten sich die Fronten zwischen den wahlwerbenden Parteien immer mehr. Eine verbale Entgleisung folgt der nächsten. Vor allem SPÖ und FPÖ schenken sich im Kampf um Platz zwei nichts. In der jüngsten Eskalation vergleicht SPÖ-Spitzenkandidat Andreas Schieder die Freiheitlichen mit einem Krankheitserreger. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker reagiert empört - und erntet dafür wiederum eine neuerliche Beschimpfung seitens der SPÖ Langenzersdorf.

In einer Diskussionsrunde mit den anderen Spitzenkandidaten erklärte Schieder vor wenigen Tagen, dass man in der österreichischen Bundesregierung schon merke, „dass auch die ÖVP mit diesem FPÖ-Bazillus infiziert ist“.

Hafenecker: „Antisemitische Äußerung in Reinkultur“
Seitens der Freiheitlichen zeigte man sich über diesen Vergleich mit einem Krankheitserreger wenig erfreut. Generalsekretär Hafenecker sprach von einer „erschreckenden und unglaublichen Entgleisung“ und zog gar einen Vergleich zu Adolf Hitler, der ähnlich über Juden geschrieben habe.

Der sozialdemokratische Spitzenkandidat habe „die rote Linie ganz klar überschritten“, wurde Hafenecker in einer Aussendung zitiert. Der 38-Jährige lässt sich sogar dazu hinreißen, dem Sozialdemokraten Antisemitismus „in Reinkultur“ vorzuwerfen. „Sowas ist einfach unerträglich“, so Hafenecker.

SPÖ Langenzersdorf: „Hafenecker scheint Hirn verloren zu haben“
Nicht viel zimperlicher reagierte wiederum die für ihre Entgleisungen mittlerweile berüchtigte SPÖ Langenzersdorf. „Hafenecker scheint endgültig sein Gehirn verloren zu haben“, heißt es auf deren Facebook-Seite.

Schieders vergleich mit dem Krankheitserreger wird erneut gezogen und betont, dass die freiheitliche Ideologie „reinstes Gift für die österreichische Demokratie und die Menschen“ sei. Zudem müsse man die „blaune Partei politisch ausmerzen“.

Dies ist nicht die erste Entgleisung der Langenzersdorfer Sozialdemokraten. Sogar SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda musste bereits ausrücken um seine Genossen zur Vernunft zu bringen. Erst kürzlich kündigte er auf Twitter mögliche Konsequenzen und Besserungen an, da er „diese Entgleisungen auch persönlich satt“ habe. Bisher haben seine Bemühungen offenbar noch nicht gefruchtet.

Kampf um Platz zwei bei EU-Wahl
Wirft man einen Blick auf die letzte Umfrage zur EU-Wahl, lässt sich erahnen, warum sich Sozialdemokraten und Freiheitliche so heftig in die Haare geraten: Ihr zufolge liegt die SPÖ mit 27 Prozent zwar hinter der ÖVP (30%) aber noch vor der FPÖ. Diese kommt demnach nur auf 23 Prozent und verliert den Kampf um Platz zwei.

Thomas Zeitelberger
Thomas Zeitelberger
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