Do, 23. Mai 2019
07.05.2019 20:20

ATP-1000er in Madrid

Thiem im Achtelfinale! Aufschlag-Monster gibt auf

Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem hat beim Masters1000-Turnier in Madrid sein erstes Match gewonnen und damit das Achtelfinale erreicht. Der Österreicher gewann Dienstagabend nach Aufgabe seines 2,11 m großen US-Gegners Reilly Opelka nach 1:37 Stunden mit 6:7(2),6:3,1:0. Im Achtelfinale trifft der als Nummer 5 gesetzte Niederösterreicher am Donnerstag auf den Sieger aus John Milman (AUS) und Fabio Fognini (ITA).

Thiem betrat etwas mehr als eine Woche nach seinem Triumph in Barcelona die „Pista Arantxa Sanchez“, den zweitgrößten und 3.500 Zuschauern Platz bietenden Court des Madrider Tennis-Stadions, parallel zum Sand-Comeback von Roger Federer und als Nummer 5 der Welt natürlich auch als klarer Favorit. Unter den Beobachtern waren neben Coach Nicolas Massu auch Freundin Kristina Mladenovic, Mutter Karin sowie Sport-Asse wie Ex-Kicker Ronaldo oder Formel-1-Ass Sergio Perez.

Aufschlag-Monster
Der Österreicher, der in den vergangenen zwei Jahren in Madrid jeweils das Endspiel erreicht hatte und in Runde eins ein Freilos gehabt hatte, musste gegen den aufschlagstarken Riesen aus Florida aber zunächst mächtig dagegen halten. Denn der 21-jährige Opelka, der „längste“ Spieler auf der Tour, hat sich nicht nur dank seines Aufschlags auf Platz 58 der Weltrangliste gespielt. Dennoch war das Service klar seine stärkste Waffe, serviert Opelka doch mit im Schnitt 175 km/h seinen zweiten Aufschlag so schnell wie Thiem im Schnitt seinen ersten.

Opelkas 215 km/h-Kracher kamen auf 667 Meter Seehöhe so gut, dass Thiem trotz dreier Breakchancen nach 50 Minuten ins Tiebreak musste. Dieses begann Opelka mit seinem achten Ass, während Thiem früh einen Doppelfehler einstreute. Das war entscheidend, dass Opelka letztlich nach 56 Minuten Satz eins in der Tasche hatte.

Neue Thiem-Taktik
Nach einer kurzen Toilettenpause kam Thiem mit neuer Taktik zurück. Im zweiten Durchgang erwartet der Niederösterreicher die Kanonenaufschläge seines Gegners weiter vorne und war beim eigenen Service souverän. Prompt gelang ihm das Break auf 5:3, danach wehrte er postwendenden auch Breakbälle des Amerikaners souverän ab. Nach nur 32 Minuten servierte der Österreicher zum Satzausgleich aus. Opelka musste danach am Rücken behandelt werden und hielt nur noch kurz durch. Thiem gewann das erste Spiel des dritten Satzes zu null, danach war Händeschütteln angesagt.

„Es tut mir leid“
„Lieber hätte ich normal gewonnen. Es tut mir leid für ihn“, sagte Thiem nach dem vorzeitigen Ende, war aber auch sichtlich froh, weitergekommen zu sein. „Gegen einen wie ihn ist es auf Plätzen wie diesen extrem hart. Ich hätte echt ein, zwei Meter mehr Auslauf gebraucht, so hoch springt sein Aufschlag ab. Sein Aufschlag ist echt krank. Er hackt jeden Aufschlag auf Vollschrot durch“, erklärte Thiem. „Dabei kann er aber auch von der Grundlinie spielen. Er wird künftig für jeden zu einer Challenge.“

So gesehen sei er glücklich, gewonnen zu haben. „Man hat ja gesehen. Ein, zwei kleine Fehler und der Satz ist weg. Bei Tausendern ist es eben von der ersten Runde weg schwer. Also bin ich froh, diese Hürde genommen zu haben.“ Thiem glaubt, dass eher Fognini sein nächster Gegner wird. „Er kann an einem gutem Tag jeden schlagen.“ Dass er in Madrid zum Favoriten gemacht wird? „Lässt mich kalt.“

Steckbrief von Dominic Thiem

Geboren: 3. September 1993 in Wiener Neustadt (NÖ)

Wohnort: 
Lichtenwörth bzw. Hinterbrühl (NÖ)

Größe/Gewicht: 
1,85 m/79 kg

Schlagtechnik: 
Rechtshänder, einhändige Rückhand

Profi: 
seit 2011

Trainer: 
Günter Bresnik, aktueller Touring-Coach: Nicolas Massu (CHI)

Bisher beste WRL-Platzierung:
4.
Größte Erfolge:
ATP-Titel (13): 2015 Nizza, Umag, Gstaad (alle Sand) - 2016 Buenos Aires (Sand), Acapulco (Hartplatz), Nizza (Sand), Stuttgart (Rasen) - 2017 Rio de Janeiro (Sand) - 2018 Buenos Aires, Lyon (beide Sand), St. Petersburg (Hartplatz/Indoor) - 2019 Indian Wells (1. ATP-Masters-1000-Triumph/Hartplatz) - 2019 Barcelona ATP-500 (Sand)
ATP-Endspiele (7): 2014 Kitzbühel (Sand) - 2016 München (Sand), Metz (Hartplatz/Indoor) - 2017 Barcelona, Madrid (beide Sand) - 2018 Madrid, French Open (beide Sand)
Grand Slam: Finale French Open 2018, Halbfinale French Open 2016 und 2017, Viertelfinale US Open 2018, Achtelfinale Australian Open 2017 und 2018, Wimbledon 2017 sowie US Open 2014, 2016 und 2017
2016, 2017 und 2018 für die ATP Finals in London qualifiziert
Junioren-Finale: French Open 2011

Besonderheiten:

bisher einziger Österreicher mit ATP-Titel auf Rasen
seit 6. Juni 2016 immer in den Top Ten der Weltrangliste

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