15.06.2004 16:49 |

Leises Adieu

Agassi sagt für Wimbledon ab

Andre Agassi wird erstmals seit 1997 nicht in Wimbledon aufschlagen. Nach drei Erstrunden-Pleiten in Serie sagte der 34-Jährige am Dienstag seinen Start bei den am Montag beginnenden All England Championships ab. Damit nährte die Tennis-Legende Spekulationen um einen bevorstehenden Rücktritt. Als Grund für seinen unverhofften Rückzieher nannte der Amerikaner eine Hüftverletzung.
"Ich laboriere seit einigen Monaten daran. Inder Vorbereitung auf Wimbledon habe ich gemerkt, dass sie sichauf diesem Belag nur noch verschlimmert", teilte Agassi per Faxdem All England Club mit. Beim Training auf Rasen habe sich dieVerletzung eher noch verschlimmert. "Die Entscheidung, beim Prestigeträchtigsten Turnier der Welt nicht spielen zu können,ist mir sehr schwer gefallen."
 
Schon das bittere Aus in Runde eins der French Opengegen den französischen Tennis-Nobody Jerome Haehnel hatteden Rücktritts- Gerüchten Nahrung gegeben, die durchdie Auftakt-Pleite in Queen's weiter verstärkt wurden. Ineinem Gespräch mit der dpa hatte Agassis Frau Steffi Grafzwar angekündigt, ihren Mann auch weiterhin auf seinen Tennis-Reisenzu begleiten und in jedweder Form zu unterstützen. Sie sagteaber auch: "Ich glaube, Andre sehnt sich, ähnlich wie ichdamals, nach etwas anderem."
 
Schlussstrich nach den US Open?
Die Zeit scheint reif zu sein für einen Wechsel.Insider vermuten, dass Andre Agassi bei den US Open aufhörenwill. Doch offiziell will der clevere Geschäftsmann davonnichts wissen. "Meine Hoffnungen und meine Pläne sehen soaus, im kommenden Jahr zurück nach Wimbledon zu kommen."In welcher Funktion, teilte er freilich nicht mit. Die Bilanzder einstigen Nummer eins in diesem Jahr ist erschreckend. Nichtein Finale hat er erreicht. Der letzte Turniersieg gelang ihmim Januar 2003 in Australien im Endspiel gegen Rainer Schüttler.
 
Die Dominanz ist verflogen. Der achtmalige Grand-Slam-Sieger,der bei allen vier Top-Turnieren in Melbourne, Paris, Wimbledonund New York gewinnen konnte, wird kaum noch einmal die Energiegroße Taten aufbringen können. 1998 stürmte ervon Position 122 auf Platz sechs der Weltrangliste und verlordabei von 84 Matches nur 16. Doch das ist lange her.
 
Absagenflut für Wimbledon
Für Wimbledon reißen die Hiobsbotschaftenindes nicht ab. Während die Absagen von Gustavo Kuerten undFrench-Open-Sieger Gaston Gaudio noch zu verschmerzen waren, sorgtedas Fehlen der verletzten Belgierinnen Justine Henin-Hardenneund Kim Clijsters für lange Gesichter an der Church Road.
 
Und nun überlegt selbst Martina Navratilova,ob sie ihre Wildcard für den Einzel-Wettbewerb überhaupteinlösen soll. Die 47-Jährige, die schon bei den FrenchOpen in der ersten Runde chancenlos war, schaffte in Eastbornenicht einmal die Qualifikation. "Ich habe mich noch nicht entschieden,ob ich spielen werde", sagte die Amerikanerin, die zuletzt vorzehn Jahren auf dem Heiligen Rasen aufgeschlagen hatte. 1994 hattesie im Finale gegen Conchita Martinez ihren zehnten Wimbledonsiegverpasst.
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