30.04.2019 11:31 |

F1-Drama in Imola

Vor 25 Jahren starb Roland Ratzenberger

25 Jahre nach dem schwarzen Formel-1-Wochenende von Imola wird auch Roland Ratzenbergers speziell gedacht. Der Österreicher war am 30. April 1994 und damit einen Tag vor Ayrton Senna im Qualifikationstraining tödlich verunglückt. In Ratzenbergers Heimatstadt Salzburg wurde deshalb eine aktuelle Plakatkampagne kreiert, in einem steirischen Grand-Prix-Museum sind Devotionalien des Rennfahrers zu sehen.

Ratzenberger war schon über 30 Jahre alt, als sich 1994 sein Traum von der Motorsport-Königsklasse doch noch erfüllte. Für das freilich brustschwache Simtek-Ford-Team holte der Salzburger in seinem einzigen Rennen immerhin einen 11. Platz in beim Pazifik-GP in Aida in Japan, ehe ihn ein technischer Defekt in Italien das Leben kostete. Nach einem Bruch eines Frontflügels raste der Österreicher bei annähernd 300 km/h ohne Kontrollmöglichkeit in eine Begrenzungsmauser. „Es war einer der schlimmsten Momente meiner Karriere, wenn nicht überhaupt der schlimmste“, sagte Berufskollege Gerhard Berger damals.

800 Kondolenzschreiben
Mit Karl Wendlinger nahm tags darauf ein weiterer Österreicher am Grand Prix von San Marino teil, in dem dann Senna sein Leben verlor. Während der Brasilianer in seiner Heimat wie eine Gottheit zu Grabe getragen wurde, war auch in Österreich die Anteilnahme an Ratzenberger riesig. Über 800 Kondolenzschrieben sowie 250 Trauergäste und TV-Teams aus dem Ausland beim Begräbnis am 7. Mai zeugten davon.

„Er lebte seinen Traum“
Ratzenberger habe einen Traum gesehen und im Streben um die Verwirklichung dieses Traums das ihm bekannt gewesene Risiko zurückgestellt, hielt der dreifache Weltmeister Niki Lauda damals in seiner Abschiedsrede fest. Ratzenbergers Grab in Maxglan ziert ein Modell seines rot-weiß-roten Helmes sowie die Inschrift: „Er lebte seinen Traum“.

Nachdem Ratzenberger einem Schädelbasisbruch erlegen war, hatte Lauda unmittelbar nach dem Unfall auch dafür plädiert zu versuchen, künftig den Helm eines Rennfahrers „irgendwie“ an der Schulter befestigen zu können. Das entsprechende HANS-System, das die Halswirbelsäule des Fahrers vor Überdehnung schützt, wird in der Formel 1 seit 2003 getragen.

Spätberufener
Ratzenberger galt als Spätberufener, nachdem er sich zuvor in England den Kampfnamen „The Rat“ erobert hatte. „Bergers Gage ist höher als unser gesamtes Budget“, hatte der Salzburger gescherzt, als sein Engagement als zweiter Fahrer und für zunächst sechs Rennen beim neuen englischen Simtek-Team fest stand. Nachdem er sich für Brasilien nicht qualifizieren konnte, holte er in Japan einen elften Platz. Imola wäre sein drittes Saisonrennen gewesen. Ratzenberger war das erste Todesopfer der Formel 1 seit dem Italiener Riccardo Paletti 1982 in Kanada.

Ratzenbergers Eltern Rudolf und Margit setzen sich seit dem Unfall intensiv dafür ein, die Erinnerung an ihren Sohn wachzuhalten. Auch dieses Wochenende waren sie bei der schon obligaten Gedenkfeier in Imola an der 50 Kilometer südöstlich von Bologna liegenden Rennstrecke.

Die Familie Ratzenbergers hat viele persönliche Gegenstände ihres Sohnes einem Sammler überantwortet. Gerhard Menzinger betreibt im weststeirischen St. Paul bzw. Lannach die Grand Prix Collection, die auch im steirischen Museumsführer zu finden ist. Dort sind neben einem F1-Simulator, Overalls und Automodellen Preziosen von Tazio Nuvolaris Lederkappe bis hin zu Lorbeerkränzen und Trophäen von Jochen Rindt oder eine einzigartige Bronzebüste von Michael Schumacher zu sehen. Die 100 Quadratmeter sind längst zu klein für die stetig wachsende Sammlung, in die auch 30 Mappen mit Privatunterlagen Ratzenbergers eingearbeitet wurden und so für die Nachwelt erhalten bleiben.

krone Sport
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