Hitzfeld über Glasner

Sind unsere Star-Trainer echt nur Billig-Lösungen?

Der frühere Erfolgscoach Ottmar Hitzfeld sieht für die Beliebtheit von Trainern aus Österreich und der Schweiz in der deutschen Fußball-Bundesliga verschiedene Gründe. Ein Vorteil sei, „dass die Trainer die deutsche Sprache sprechen, und zudem sind sie vergleichsweise bezahlbar“, sagte der einstige Meistermacher von Borussia Dortmund und Bayern München der deutschen Nachrichtenagentur dpa. Doch hat er damit recht?

Nach dem mit Eintracht Frankfurt erfolgreichen früheren Salzburg-Coach Adi Hütter wechselt im Sommer mit Oliver Glasner vom LASK zu VfL Wolfsburg ein weiterer österreichischer Trainer in die deutsche Bundesliga. Mit Lucien Favre bei Titelanwärter Dortmund und Martin Schmidt beim FC Augsburg sind dort auch bereits zwei Schweizer beschäftigt.

Gerade die Schweizer Trainer seien sehr gut ausgebildet, meinte Hitzfeld, der seine Trainerkarriere ebenfalls in der Schweiz gestartet hatte und 2014 als Teamchef der Eidgenossen hatte ausklingen lassen. Mit Dortmund und den Bayern wurde der Deutsche insgesamt siebenmal Meister, dreimal Cupsieger und er gewann zweimal die Champions League.

Ein gutes Zeugnis stellte auch Peter Stöger seinen Landsleuten aus. „Wir haben hier in Österreich ein paar gute Trainer - und die können sich auch woanders durchsetzen“, betonte der frühere Köln-und Dortmund-Trainer gegenüber dem deutschen Portal „Sportbuzzer“.

Deutschland sei für österreichische Trainer durchaus attraktiv. „Klar schaut man auf die deutsche Liga, man bekommt davon am meisten mit, das ist der große Nachbar“, erklärte Stöger. „Man steht ganz anders im Rampenlicht, was die Erfolge, aber auch die Misserfolge anbelangt. Das bekommt in Deutschland eine andere Größenordnung - und dazu relativ schnell.“ Allerdings habe auch er selbst den Schritt geschafft. „Den hat Adi Hütter geschafft - und den wird auch Olli Glasner schaffen“, meinte Stöger.

Glasner sei schon in seiner aktiven Karriere „im strategischen Bereich“ unterwegs gewesen, erinnerte sich dessen einstiger Gegenspieler Stöger. „Von daher überrascht es mich nicht, dass er einen so guten Job als Trainer macht.“ Mit dem LASK liegt Glasner als Tabellenzweiter der heimischen Bundesliga derzeit auf Kurs Richtung Champions-League-Qualifikation. Die vergangenen fünf Pflichtspiele haben die Linzer aber nicht gewonnen. Am Mittwoch gab es eine 1:2-Heimniederlage gegen Sturm Graz.

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