Außenseiter Griechenland hat Titel-Favorit Portugal zum Auftakt der EM nach allen Regeln der Fußball-Kunst entzaubert und eigene Ambitionen auf den Vorstoß ins Viertelfinale angemeldet. Die Griechen gewannen am Samstag in Porto das Eröffnungsspiel gegen die Gastgeber mit 2:1 und sorgten für den ersten Favoritensturz des Turniers. Im zweiten Match des Tages setzten sich die Spanier verdient mit 1:0 gegen Russland durch. Den entscheidenden Treffer erzielte Deportivo-Stürmer Juan Carlos nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung!
Portugal - Griechenland 1:2 (0:1) Georgios Karagounis (6.) und Angelos Basinas (51./Foulelfmeter)schockten mit ihren Treffern die einheimischen Fans unter den52.000 Zuschauern im Stadio Dragao und machten den ersten griechischenSieg bei einer EM-Endrunde perfekt. Cristiano Ronaldo gelang erstin der dritten Minute der Nachspielzeit das Anschlusstor fürdie Portugiesen, für die es nun im zweiten Gruppenspiel amMittwoch gegen Russland bereits um Alles oder Nichts geht.
Überraschende Taktik der Griechen Beim Comeback der Griechen auf der EM-Bühnenach 24 Jahren machte Trainer-"Fuchs" Rehhagel dem Favoriten miteinem unerwarteten taktischen Schachzug einen Strich durch dieRechnung. Statt sich wie erwartet in die Defensive zurückzuziehen,überraschten die Hellenen ihren Gegner mit geradlinigem,flexiblem Spiel nach vorne. Davon zeigten sich die Portugiesenbeeindruckt. Die Elf von Luis Felipe Scolari agierte ideenlosund konnte die gut organisierten Griechen nicht in Verlegenheitbringen. Gar nicht zum Zuge kam der hoch gelobte Regisseur LuisFigo, der sich in vielen Duellen mit Panagiotis Fissas von BenficaLissabon aufrieb.
Spanien - Russland 1:0 (0:0) Mit einem der schnellsten Joker-Tore in der Geschichte derFußball-Europameisterschaft hat Juan Carlos ValerónTitelanwärter Spanien vor einem Fehlstart bewahrt. Der Stürmervon Deportivo La Coruña erzielte vor 28.100 Zuschauernim Algarve-Stadion in Faro gegen Russland nur 20 Sekunden nachseiner Einwechslung (60.) den entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieggegen den Außenseiter der Gruppe A. Roman Scharonow sahin der 88. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelbe Karte.
Wenig Harmonie zwischen Morientes und Raul Die Entscheidung fiel, als Trainer Iñaki SáezFernando Morientes vom Feld holte. Der Torschützenkönigder Champions League hatte zwar einige Chancen, harmonierte abernicht mit Raúl. Mit der Einwechslung von Valerónlag Sáez goldrichtig, denn der Galicier sorgte mit seinenersten Ballberührungen für die Entscheidung. Nach einerFlanke von Carles Puyol legte er sich den Ball auf den linkenFuß und erzielte aus sieben Metern sein fünftes Länderspiel-Tor.
Solide russische Abwehr Die Spanier hatten alle Mühe mit der ersatzgeschwächtenAbwehr der Russen, die eine Stunde lang dem gewaltigen Druck standhielt.An Stelle der verletzten Innenverteidiger Viktor Onopko und SergejIgnasewitsch mussten Ersatzkapitän Alexej Smertin und Scharonowin seinem vierten Länderspiel die Abwehrreihe zusammenhalten.
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