Sa, 25. Mai 2019
22.02.2019 14:59

Juncker-Soros-Plakat

„Inakzeptabel“: Orban-Kampagne geht Kurz zu weit

Die umstrittene ungarische Plakatkampagne gegen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker schlägt immer höhere Wellen - auch unter den europäischen Parteifreunden des rechtskonservativen ungarischen Regierungschefs Viktor Orban. Am Freitag ging auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) auf Distanz: „Ich halte die Formulierungen der Plakatkampagne in Ungarn gegen Jean-Claude Juncker, die in weiten Teilen der EVP (der Europäischen Volkspartei, Anm.) auf Unverständnis stößt, für inakzeptabel“, so Kurz. Zuvor hatten bereits etwa die deutschen Unionsparteien und nicht zuletzt der attackierte Juncker selbst heftige Kritik geäußert.

Der deutsche EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber (CSU) ging bereits am Donnerstag deutlich auf Distanz zu Orban. Er sprach von „großem Unverständnis und Verärgerung“ in der EVP. Der Vorsitzende der Christlich Sozialen Volkspartei (CSV) aus Luxemburg, Frank Engel, forderte den Ausschluss der Fidesz-Partei aus der EVP - eine Forderung, der sich auch Engels Landsmann Juncker anschloss. Darauf ging Kanzler Kurz in seinem Statement am Freitag nicht ein.

Orban erklärt, „was Brüssel vorhat“
Auf dem am Montag präsentierten Plakat sind Juncker und der liberale ungarischstämmige US-Milliardär George Soros zu sehen. Darunter stehen durch Fakten nicht belegte Behauptungen, die suggerieren, die beiden wollten illegale Migration nach Ungarn fördern.

Orban verteidigte seine Kampagne am Freitag eindringlich. Dadurch würden „die Migrationspläne der Brüsseler Bürokraten entlarvt“, sagte er im Staatsrundfunk. Daher seien „die Entlarvten unzufrieden mit der ungarischen Regierung“. Die Ungarn würden durch die „Informationskampagne“ verstehen, was Migration bedeute und welche Migrationsmittel Brüssel einsetzen wolle.

EVP-Krisensitzung für Orban „ausgezeichnet“
Die Abhaltung einer außerordentlichen Fraktionssitzung der EVP wegen der Plakatkampagne kommentierte Orban am Freitag laut der ungarischen Nachrichtenagentur als „ausgezeichnet“. „Wir werden sagen, was wir für real halten, und sie werden diskutieren“, so der ungarische Regierungschef.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Liverpool nagt noch
Messi zu Barca-Drama: „Das ist unverzeihlich!“
Fußball International
Intensive Nutzung
Unsere Alpen als ein bedrohtes Paradies
Steiermark
Serie „Welt der Tiere“
Wien ist eine Stadt mit Herz für Hunde
Tierecke
ÖFB-Star im Interview
Alaba vor Pokal-Finale: „Sabi? Ein Super-Typ!“
Fußball International
Dünen und Canyons
Kasachstan: Land der Kontraste und Wunder
Reisen & Urlaub
Wichtiges Helferlein
Tischplatten sind wahre Alleskönner
Bauen & Wohnen
Vergleich lohnt sich!
Bis zu 1000 Euro Unterschied bei Konsumkrediten
Wirtschaft

Newsletter