15.02.2019 10:05 |

Villach rüstet um:

VCÖ und ÖAMTC sind für Abbiegeassistent bei Lkw

2017 wurden in Österreich 64 Fußgänger und 71 Radfahrer bei Unfällen mit Schwerfahrzeugen verletzt - sechs Fußgänger und drei Radfahrer davon tödlich. In den vergangenen vier Jahren waren laut aktueller VCÖ-Analyse in Kärnten14 Prozent der Verkehrstoten durch Unfälle mit Lkw zu beklagen. Um die Zahlen zu senken fordert der Verkehrsclub Maßnahmen. Eine Reduzierung des Lastverkehrs sowie die Ausrüstung von Lkw mit Assistenzsystemen. Die Stadt Villach rüstet bereits um.

Der Anteil der Lkw an tödlichen Verkehrsunfällen ist fast fünf Mal so hoch wie deren Anteil an Verkehrsunfällen insgesamt, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Beteiligung heißt nicht, dass die Unfälle von Lkw verursacht wurden. Lkw-Fahrer sind Profis und machen damit weniger Fahrfehler; auch gelten für Lkw-Fahrer strengere Regeln, wie etwa eine 0,1 Promille Grenze. Aufgrund ihrer Masse sind Lkw jedoch tödliche Unfallgegner. Durch die massive Zunahme des Lkw-Verkehrs in Österreich steigt das Risiko der Kollisionen mit Schwerfahrzeugen.

Das Assistenzsystem für die Brummis soll einige Unfälle verhindern: Es ist ein zusätzlicher Spiegel an der Beifahrerseite, der den toten Winkel auf dieser Seite abdecken soll. Dabei werden mit Hilfe von Kameras und Radar Personen oder Fahrzeuge, die sich im Toten Winkel befinden, erkannt und ein akustisches Warnsignal ertönt im Führerhaus. „Diese Systeme werden in Zukunft mit Sicherheit noch viele Menschenleben retten“, ist ÖAMTC-Direktor Oliver Schmerold überzeugt.

Es reiche aber nicht aus, sich nur auf die auf die Technik zu verlassen; es brauche noch weitere Maßnahmen. Zum Beispiel setzt sich der Mobilitätsclub dafür ein, dass Fahrradfahrer und Fußgänger darauf sensibilisiert werden, dass der Tote Winkel der gefährlichste Ort im Straßenverkehr ist. Außerdem durchlaufen jährlich tausende Berufskraftfahrer zusätzliches Training bei der ÖAMTC Fahrtechnik, bei denen der Tote Winkel einen Schwerpunkt bildet.

Stadt Villach reagiert

In Villach werden im Bereich der Abfallentsorgung nur noch neue LKW mit Abbiege-Assistenten angeschafft. Die ersten beiden dreiachsigen Müllsammler mit Assistenten werden im August in Villach eintreffen. Mehrkosten: rund 2.000 Euro.

Für Fahrzeuge aus dem Bestand werden derzeit praktikable Lösungen evaluiert. „Es gibt technisch unterschiedliche Systeme. Nicht jedes passt zu jedem LKW-Typ“, sagt Bürgermeister Günther Albel. Insgesamt sind bei Saubermacher 25 LKW mit einem höchst zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 26 Tonnen im Einsatz.

Auch im Wirtschaftshof der Stadt Villach gibt es zwölf LKW, Unimogs und große Kehrmaschinen. Für sie wird ebenfalls nach der bestmöglichen Lösung für Abbiege-Assistenten gesucht. „Wir wollen in Villach maximale Sicherheit. Auch wenn wir wissen, dass es im Straßenverkehr immer ein Restrisiko geben wird“, sagt Albel.

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