Sa, 23. Februar 2019
10.02.2019 14:00

Luger im Interview

„Hasenjagd“-Posting aus der SPÖ regt Stadtchef auf

Für Wirbel hat die oberösterreichische SPÖ-Nationalrätin Sabine Schatz kürzlich gesorgt: In einem Twitter-Post stellte die 40-Jährige die Mühlviertler „Hasenjagd“, die Menschenhatz nach einem Ausbruch sowjetischer Gefangener aus dem KZ Mauthausen 1945, dem Besuch von LH Thomas Stelzer am Burschenbundball gegenüber. Die ÖVP forderte eine Entschuldigung und ihren Rücktritt. Schatz’ Verhalten regt auch den Linzer Bürgermeister und SPÖ-Kollegen Klaus Luger auf, wie er im „Krone“-Interview erklärt.

„OÖ Krone“: Das Posting Ihrer SPÖ-Parteikollegin Sabine Schatz in Bezug auf LH Thomas Stelzer hat letzte Woche für viel Aufregung und Entsetzen gesorgt. Ihre Meinung dazu?

Klaus Luger: Ich finde den Vergleich mit der „Hasenjagd“, einem der schwersten NS-Verbrechen in Oberösterreich, völlig unangebracht. Man kann zum Besuch des Burschenbundballs unterschiedlicher Meinung sein, aber die Reaktion der Abgeordneten Schatz ist völlig deplatziert.

„OÖ Krone“: Was würden Sie als Konsequenz daraus empfehlen?

Klaus Luger: Es wäre angebracht, sich beim Herrn Landeshauptmann zu entschuldigen. Jeder kann sich einmal im Ton vergreifen, aber wenn es passiert, sollte man den Anstand haben, dafür einzustehen. Das wäre auch für das politische Klima gut.

„OÖ Krone“: Hat sie aber bis dato nicht. Es wurde auch der Rücktritt von Schatz gefordert.

Klaus Luger: Davon halte ich nichts. Es ist eine Unart in unserer Demokratie geworden, dass Andersdenkende immer sofort zum Rücktritt aufgefordert werden. Auch das ist eine Form der Zuspitzung, die nicht angebracht ist.

„OÖ Krone“: Wie oft wurden Sie auf die Aussage angesprochen?

Klaus Luger: Zu oft! Und ich muss sagen, dass dieser Post in Kreisen der SPÖ für sehr viel Verwirrung gesorgt hat.

„OÖ Krone“: Aus der Landespartei gab es zu dem Vorfall keinen Kommentar. Ist das nicht ein Zeichen von Schwäche?

Klaus Luger: Nein, aber vielleicht der Versuch, durch Schweigen das Problem auf diese Art aus dem Weg zu räumen.

„OÖ Krone“: Wie würden Sie reagieren, wenn so etwas in der Linzer Stadt-SPÖ passieren würde?

Klaus Luger: Auch das kann passieren. Ich würde jedoch umgehend das Gespräch suchen, meine Meinung sagen und die betreffende Person auffordern, sich umgehend beim Beleidigten zu entschuldigen.

„OÖ Krone“: Schön und gut, aber für den Fall, dass sich jemand nicht entschuldigen möchte, was machen Sie dann?

Klaus Luger: Dann würde ich das in diesem Fall übernehmen

Interview: Andi Schwantner, Kronen Zeitung

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