Der diesjährige Theaterfrühling im Schloss Traun startet mit einem harten Brocken: Das Drama „Zweifel“ führt in eine katholische Schule, die Direktorin misstraut dem weltoffenen Pater. In Kooperation mit dem Kulturpark Traun bringt der Verein Theater im Park ein spannendes wie berührendes Stück auf die Bühne.
Das vielfach ausgezeichnete Drama „Zweifel“ stammt von John Patrick Shanley. Es wurde 2005 mit dem Pulitzer-Preis, dem Tony Award und dem Drama Desk Award geehrt. Die Verfilmung mit Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman erhielt fünf Oscar-Nominierungen.
Und nun passt es zum Theaterfrühling im Schloss Traun, der mit brisanten Stoffen aufwartet: Im katholischen Internat ist die Oberin überzeugt, dass nur Druck und Disziplin anständige Menschen formen könne. Ihr Gegner ist Pater Flynn, der die Schüler mit Empathie fördert – und dem bald Fürchterliches unterstellt wird.
Die Inszenierung in Traun wird von einem grandiosen Schauspielensemble getragen. Katharina Bigus spielt Schwester Aloysius als personifizierte Bitterkeit und Bosheit. Im Lauf des Geschehens werden ihre Gesichtszüge immer schärfer, die Haltung strikt autoritär. Sie ist im Zwiespalt, will Ordnung wahren und ist zugleich im Hass gegen die männerdominierte Kirchenhierarchie verstrickt. Eine schauspielerische Meisterleistung.
Erbitterter Kampf um Wahrheit und Macht
Sympathieträger und Kontrast ist Ferdinand Kopeinig als Pater und Baseballtrainer seiner Schüler. Doch bald wird er verdächtigt. Julia Frisch als Schwester zerbricht zwischen diesen Fronten, auch sie überzeugt in jeder Nuance dieser grandios gespielten emotionalen Achterbahn, die Regisseur Jürgen Heib mit Fingerspitzengefühl inszenierte.
Ein mitreißender, teils erschütternder, bewegender Theaterabend im Schloss Traun, eine anspruchsvolle Story, sehenswert! Nächste Termine bis 20. März.
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