So, 26. Mai 2019
10.02.2019 09:00

Tirol-Bilanz

Tausende Betriebe im Visier der Finanzpolizei

Sie sind tagtäglich in ganz Tirol unterwegs, um den Schutz der finanziellen Interessen der Republik Österreich zu wahren: die Kontrolleure der Finanzpolizei! Allein in den vergangenen drei Jahren führten die Betrugs-Fahnder hierzulande weit über 6000 Betriebskontrollen durch und deckten dabei unzählige Missstände auf...

Wenn die Finanzpolizei unangekündigt vor der (Betriebs-)Tür steht, kann es dem einen oder anderen Firmenchef schon mal die Schweißperlen auf die Stirn treiben – handelt es sich dabei doch um die professionelle Betrugsbekämpfungseinheit des Finanzministeriums, die unter anderem darauf spezialisiert ist, Steuerhinterziehung, Sozialbetrug und organisierte Schattenwirtschaft aufzudecken.

„Die wohl bekannteste Aufgabe ist die Überprüfung der Beschäftigungsverhältnisse. Etwa nach dem Sozialversicherungs-, Ausländerbeschäftigungs- oder dem Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz“, schildert Martin Amon, Leiter der Region West, Tirol und Vorarlberg. Eine weitere Kernaufgabe der Kontrolleure: die Bekämpfung des illegalen Glücksspiels...

40 Mitarbeiter in Tirol
„Die Region West setzt sich aus insgesamt sieben Teams zusammen – davon sind fünf in Tirol angesiedelt“, erklärt Amon. Zwei Teams sind für Innsbruck und den Bezirk Innsbruck-Land zuständig, die Gruppe in Landeck deckt zudem die Bezirke Reutte und Imst ab. Weiters gibt es Teams in Kitzbühel (zuständig auch für Osttirol) und Kufstein (mit Schwaz). Alles in allem sind in Tirol an die 40 Finanzpolizisten tätig. Eine spezielle Aufgabenverteilung gibt es nicht. „Generell ist jeder Beamte und jedes Team für alle Aufgabengebiete zuständig“, so Amon.

6503 Betriebskontrollen
Zu tun gibt es für die Kontrolleure jedenfalls genug, wie die Statistiken der vergangenen Jahre zeigen. Die interessantesten Details:

  • Von 2016 bis 2018 überprüften die Beamten in Tirol insgesamt 6503 Betriebe – allein im Vorjahr waren es 2359. Im selben Zeitraum wurden außerdem 10.653 Arbeitnehmer kontrolliert (2018: 3622 Personen).
  • Besonders im Fokus: das Baugewerbe. Hier gab es in den vergangenen drei Jahren 817 Betriebskontrollen und 598 Strafanträge.
  • Auch im Gastro- und Beherbergungs-Sektor wird offensichtlich nach wie vor viel Schindluder getrieben. Aus insgesamt 1340 Betriebskontrollen zwischen 2016 und 2018 gingen 503 Strafanträge hervor. Amon: „Im Vorjahr konnte bei einer Schwerpunktaktion im Bereich Gastro festgestellt werden, dass viele Drittstaatsangehörige mit gefälschten EU-Ausweisen versucht hatten, die Bewilligungspflichten des Ausländerbeschäftigungsgesetzes zu umgehen. Weiteres wurde ersichtlich, dass auch die neuen Bestimmungen hinsichtlich der Registrierkassen noch nicht überall eingehalten werden.“
  • In Summe wurden im Zeitraum von 2016 bis 2018 im Bereich Arbeitsmarkt Geldstrafen in Höhe von 8,9 Millionen Euro beantragt – allein im Vorjahr waren es rund 3,5 Millionen. Brisantes Detail: Von den 8,9 Millionen machen beantragte Geldstrafen nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz einen Anteil von 33,7 Prozent (rund 3 Mio. €) aus. Nimmt man nur die Zahlen aus 2018, dann sind es sogar 41,8 Prozent (1,5 Mio. €)!
  • Beantragte Geldstrafen beim illegalen Glücksspiel 2016-2018: 3,3 Mio. Euro.

Lohn- & Sozialdumping

  • Am häufigsten konnten in den vergangenen drei Jahren Verstöße gegen das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz aufgedeckt werden (663), gefolgt vom Sozialversicherungsgesetz (548) und Ausländerbeschäftigungsgesetz (527).
  • Top 3 der mutmaßlich illegal Beschäftigten in Tirol nach Herkunft oder Aufenthaltsstatus: andere EU-Staaten (2382), Drittstaaten (1026), Asylwerber (247).
Hubert Rauth
Hubert Rauth

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