Sa, 23. Februar 2019
19.01.2019 07:00

Bilanz für Innsbruck

Polizei schob 24 illegalen Spielhöllen Riegel vor

Sie scheinen von der Bildfläche verschwunden, doch es gibt sie nach wie vor - meist im Verborgenen: illegale Glücksspiellokale! Allein in Innsbruck wurden in den vergangenen zwei Jahren 24 zwielichtige Spelunken behördlich geschlossen und 143 verbotene Automaten sichergestellt. Der Kontrolldruck bleibt aufrecht, doch die Enttarnung solcher Kneipen wird immer schwieriger.

Von außen wirkt die Bar im Stadtteil Hötting ganz harmlos. Man könnte gar meinen, dass man dort gemütlich Kaffeetrinken kann. Doch der Schein trügt! Hinter den Kulissen wurde über Monate, wenn nicht Jahre, gezockt und riskiert. Im stillen Hinterstübchen - abseits vom normalen Bar-Betrieb.

Die Jäger des illegalen Glücksspiels haben dieses ominöse Lokal schon lange auf dem Radar. Im Vorjahr wurde es sogar schon zwei Mal behördlich dicht gemacht - nach Betreiberwechseln aber immer wieder neu eröffnet. Kürzlich statteten die Ermittler der Spelunke erneut einen Besuch ab. Und sie wurden einmal mehr fündig, bestätigt Strafamtsleiter Florian Greil Informationen der „Krone“.

Razzia: Angestellter spielte Ahnungslosen
Im wahrsten Sinne abgespielt hat sich alles in besagtem Hinterzimmer, wo drei verbotene Automaten aufgestellt waren. „Der anwesende Angestellte war im Lokal selbst. Er behauptete, dass er keinen Zugang zum Nebenraum habe“, schildert Greil. „Letztlich wurde der gewaltsame Zutritt angeordnet.“

Nachdem die Ermittler in den Raum eingedrungen waren, ergriffen drei Personen blitzartig über eine Hintertür und das Stiegenhaus die Flucht. Dabei zogen sie eine ganze Koks-Spur hinterher. „Bei den Flüchtenden handelte es sich um eine bulgarische Prostituierte mit Aufenthaltsverbot und zwei männliche Spieler“, betont der Strafamtsleiter weiter. Das Trio konnte festgenommen werden - die illegale Sexarbeiterin sei mittlerweile abgeschoben worden. Für das Lokal war es die Schließung Nummer drei - die Geräte wurden beschlagnahmt.

143 Automaten binnen zwei Jahren sichergestellt
Weil sich die Szene zunehmend in die Anonymität zurückzieht, wird es immer schwieriger, solche Kneipen zu enttarnen. „Im Vorjahr gab es 52 Kontrollen mit 34 Treffern. 2017 waren es bei 104 Aktionen 62“, so Greil. Alles in allem wurden binnen den zwei Jahren 143 Geräte sichergestellt (davon 37 im Jahr 2018) und 24 Lokale behördlich geschlossen.

Die Fahnder müssen sich stets auf neue Tricks der Szene einstellen. Die Automaten werden weniger, dafür floriert das illegale Spiel auf Handys und Tablett. Schwierig ist auch die Ausforschung der Hauptverantwortlichen. Meist stecken ausländische Gesellschaften dahinter, deren „Strohmänner“ in der Regel nicht greifbar sind.

Hubert Rauth
Hubert Rauth

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