18.01.2019 10:53 |

75 Kinder geboren

Palästinenser schmuggeln Sperma aus Gefängnissen

Dass im Gefängnis geschmuggelt wird, ist nichts Ungewöhnliches - in Israel wird allerdings besonders pikantes Gut regelmäßig aus den Strafanstalten geschafft. Es geht um Sperma von palästinensischen Gefangenen, die hinter Gittern eine Familie gründen oder diese erweitern wollen. Die Fruchtbarkeitsklinik, die anschließend die Befruchtung übernimmt, rühmt sich damit, bereits 75 Kinder in die Welt gesetzt zu haben.

Samenschmuggel wird in israelischen Haftanstalten zu einem immer größeren Problem. Die Razan-Klinik, die Zweigstellen in Ramallah und Nablus hat, bietet sogar kostenlose Befruchtungen von Ehefrauen von Gefangenen an - ein Service, das sich offenbar großer Beliebtheit erfreut.

Gefängnisbehörde äußert Zweifel an Wahrheitsgehalt
Klinikleiter Salim Abu Chaisaran schätzt, dass seit 2012 mehr als 75 Babys palästinensischer Häftlinge durch geschmuggeltes Sperma empfangen wurden. Israelische Medien berichteten von mehr als 60 Babys. Die israelische Gefängnisbehörde teilte mit, sie kämpfe „mit verschiedenen Mitteln gegen Schmuggel, darunter auch Samenschmuggel“. Sprecherin Hana Herbst äußerte jedoch Zweifel daran, ob tatsächlich palästinensische Babys als Ergebnis solcher Praktiken geboren worden seien. Die technischen Hindernisse seien sehr groß und ohne DNA-Test könne man die Identität des Vaters nicht feststellen. Die Mütter lehnen DNA-Tests jedoch aus Misstrauen ab.

Rund 5500 Palästinenser sitzen gegenwärtig nach Angaben der Häftlingsorganisation Addameer in israelischer Haft. Meir Indor, Vorsitzender des Verbands israelischer Terroropfer, nennt Samenschmuggel aus der Haft ein „schwerwiegendes Phänomen“. Israels Gefängnisbehörde sei zu tolerant gegenüber Häftlingen, die „im Paradies“ lebten, meint er.

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