12.01.2019 13:57 |

Urlauberwechsel

Blechkolonnen auf den verschneiten Straßen

Die Lawinensituation im Bundesland Salzburg hat sich am Samstag durch die Wetterbesserung zwischenzeitlich entspannt. Es herrschte verbreitet Warnstufe drei der fünfstufigen Skala, meldete der Lawinenwarndienst Salzburg. Am Wochenende wird der Urlauberschichtwechsel zur Herausforderung. Die Salzburger Land Tourismus rechnet mit rund 200.000 Gästebewegungen.

„Es gibt viele Anfragen aufgrund der weltweiten Berichterstattung. Jetzt ist es wichtig, die Gäste optimal zu informieren, wie sie an ihren Ferienort gelangen“, betonte Leo Bauernberger, Geschäftsführer der Salzburg Land Tourismusgesellschaft. Mit bis zu 70 Prozent Auslastung sind die Tourismusbetriebe momentan gut gebucht. In Obertauern werden bis Sonntagabend 4000 Urlauber an- und abreisen, in Großarl 3000. Im Gasteiner Tal sind derzeit 10.000 Betten belegt, Saalbach-Hinterglemm rechnet mit 13.000 Gästen.

Viele Hauptverkehrsverbindungen konnten am Freitag wieder geöffnet werden. Der Wintersportort Obertauern im Pongau wird auch am Samstag voraussichtlich von 7 bis 18 Uhr sowohl aus Tweng als auch aus Untertauern erreichbar sein. Am Samstag waren nur noch 250 Menschen in Salzburg von der Außenwelt abgeschnitten, unter anderem am Birgkarhaus bei Dienten, einem Ortsteil von Adnet oder im Bereich Unterberg in Abtenau. Weißbach im Pinzgau ist von Saalfelden aus wieder erreichbar, von Lofer aus ist die B311 weiterhin gesperrt.

Der Bahnverkehr am Pass Lueg zwischen Golling-Abtenau und Werfen blieb bis auf weiteres komplett gesperrt. Es wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Stromversorgung im Bundesland war mittlerweile wieder weitgehend hergestellt. 

Der Samstag werde für weitere Erkundungsflüge genutzt, sagte eine Sprecherin des Landes. Am Freitag wurde die Schneepause bereits optimal genutzt, um einen guten Überblick zu bekommen. „Unsere Lawinenwarnkommissionen haben das sehnsüchtig erwartet, denn so können sie die Lage besser einschätzen“, betonte Norbert Altenhofer vom Einsatzstab des Landes. Laut Lawinenwarndienst sei die Triebschneesituation durch den starken Windeinfluss weiter heikel. Schon durch einzelne Wintersportler seien Lawinenauslösungen möglich. In den niederschlagsreichreichen Zonen, wie der Osterhorngruppe, über den Hochkönig bis zum Gosaukamm bestehe zudem ein ausgeprägtes Gleitschneeproblem bis in Höhen um 2100 Meter mit imposanten Anrissen. Exponierte Wege und Objekte können von spontanen Lawinen betroffen sein.

Die Wetterentspannung bleibt am Samstag nur kurz. Die Schneewarnungen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) bleiben aufrecht. In den Abendstunden sollen die Niederschläge wieder einsetzen. Bis Montag ist erneut mit 130 Zentimeter Neuschnee zu rechnen. Die Schneefallgrenze pendelt um die 1000 Meter Seehöhe. Windstärken von 80 km/h werden im Tal erwartet, in den Bergen 120 km/h.

Zum Problem könnte der Regen in den niederen Lagen unter 600 Meter werden. Der Landeseinsatzstab appelliert an die Bevölkerung, am Samstag die Dächer abzuschaufeln. Dabei sollen am besten Experten um Hilfe gebeten werden. Wer selber zur Schaufel greife, solle unbedingt auf Sicherheitsvorkehrungen achten. Auch die Gullys und Regenrinnen sollten freigemacht werden, damit das Wasser abrinnen kann.

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