05.02.2010 15:57 |

Hamann-Nachfolger

Helmut Kraft wird neuer Trainer beim LASK

Zwei Tage nach der Entlassung von Matthias Hamann hat Bundesligist LASK am Freitag seinen neuen Trainer präsentiert: Helmut Kraft wird ab sofort die Oberösterreicher betreuen. Der 51-Jährige war bis zur Winterpause Coach bei Aufsteiger Wiener Neustadt, wurde dann aber überraschend durch Peter Schöttel ersetzt.

Kraft hat nun die Aufgabe, die in Turbulenzen geratenen Linzer in ruhige Gewässer und zum Klassenerhalt zu führen. Schon am nächsten Freitag startet der LASK mit dem schweren Heimspiel gegen Spitzenreiter Rapid ins Frühjahr.

Der Tiroler war damit nur rund sieben Wochen ohne Job, er ist nach Andrej Panadic, Klaus Lindenberger, Hans Krankl und zuletzt Hamann bereits der fünfte LASK-Trainer in etwas mehr als eineinhalb Jahren. Kraft begann seine Trainerkarriere 1997 in Wörgl, 2004 führte er Wacker Innsbruck ebenso wie Wiener Neustadt 2009 von der Ersten Liga in die Bundesliga. 2008 stieg er mit Wacker Innsbruck ab, ein Jahr zuvor hatte er seinen größten Erfolg mit der SV Ried gefeiert, die er zum Vizemeister-Titel führte.

Kraft: "Große Tradition und Riesenpotenzial"
Krafts Vertrag beim LASK läuft bis Sommer 2011. Die Aufgabe sei deshalb reizvoll, weil "es ein Verein mit großer Tradition und einem Riesenpotenzial ist, auch wenn es in jüngster Zeit negative Schlagzeilen gegeben hat", sagte der Tiroler in einer ersten Stellungnahme.

Vom beachtlichen Trainerverschleiß in Linz zeigte er sich unbeeindruckt: "Das ist im Geschäft so, damit muss man leben, auch wenn es nicht angenehm ist." Sportlich sei der LASK jedenfalls keine Baustelle. "Der Kader ist gut, die Mannschaft hat Qualität, das hat sie im Herbst oft bewiesen. Augenscheinlich waren aber die vielen Gegentore, daran werden wir arbeiten." Gerade die Neuverpflichtung von Rene Aufhauser komme angesichts dessen gerade richtig. "Ich glaube, er wird dem Team im zentralen Mittelfeld viel Stabilität verleihen und hoffe, dass er auch seine Erfahrung weitergibt."

In der Offensive sei die "Personaldecke nach dem Abgang von Roman Wallner sicher dünn. Hinter Mayrleb gibt es keine Erfahrenen, aber vielleicht ist der eine oder andere Junge dabei. Auch Skuletic ist mit guten Referenzen gekommen und hat im Herbst nur wenige Chancen bekommen."

Kraft über Polster: "Solche Leute mag ich"
Gespannt ist Kraft auf die Zusammenarbeit mit Amateur-Trainer Toni Polster. "Er ist einer von denen, die immer ihre Meinung sagen. Solche Leute mag ich. Außerdem bringt er großes Fußballwissen mit", meinte Kraft. Konkretes Platzierungs-Ziel sei mit Reichel keines vereinbart worden. "Von der Position her sind wir nicht weit weg vom Abstiegsplatz, aber umgekehrt hat der LASK die Qualität, dass wir aus der Zone herauskommen." Krafts persönliches Ziel: "Im Frühjahr mehr Punkte machen als Wiener Neustadt."

Krafts letztes Spiel: 4:0 gegen den LASK
Kraft, dessen letzte Tat in Wiener Neustadt am 12. Dezember pikanterweise ein 4:0-Kantersieg gegen den LASK gewesen war, wird sein neues Team schon am Samstag um 14 Uhr im Testspiel gegen Dynamo Budweis coachen.

In der Meisterschaft ist der LASK noch nicht endgültig alle Abstiegssorgen los. Der Vorsprung auf Schlusslicht Austria Kärnten beträgt zwar elf Punkte, angesichts der schwachen Leistungen in der zweiten Hälfte der Herbstsaison ist aber Vorsicht geboten. Der letzte Sieg datiert vom 23. September (3:1 gegen Kärnten), seitdem setzte es sechs Niederlagen bei nur fünf Unentschieden. In der Fremde stehen zudem nur zwei magere Punkte zu Buche.

Die Linzer, die sich nach dem Karriereende von Ivica Vastic und Michael Baur bzw. den Abgängen von Florian Klein und Niklas Hoheneder im Sommer nicht adäquat verstärken konnten, starteten unter Neo-Coach Hamann zwar durchaus gut, kamen spätestens nach der 2:7-Schlappe in Kapfenberg am 1. November aber ins Trudeln. Im Jänner verließ zudem Schlüsselspieler Roman Wallner die Gugl.

Hamann nach Saufgelage gefeuert
Befürchtungen um die sportliche Zukunft hatte auch Hamann geäußert, der besonders nach dem Abgang von Sturm-Zugpferd Wallner zu Salzburg Kritik an der Kaderpolitik und damit an Präsident Peter-Michael Reichel übte. Ein angebliches Gelage der Linzer beim Trainingslager in Belek soll dann das Fass zum Überlaufen gebracht und die Entlassung des Deutschen besiegelt haben.

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