20.12.2018 12:13 |

Weihnachten wird grün

Jetzt amtlich: 2018 Österreichs Rekord-Hitzejahr

Ein Jahr der Extreme geht zu Ende: 2018 geht als wärmstes Jahr in Österreichs 252-jähriger Messgeschichte ein. In der vorläufigen Klimabilanz liegt es um 1,8 Grad über dem vieljährigen Durchschnitt. Der bisherige Spitzenreiter war 2014, das 1,7 Grad über dem Mittel lag. Passend dazu geht das Jahr auch mild zu Ende: Die Hoffnung auf weiße Weihnachten haben Experten begraben.

„Ganz markant waren heuer die vielen überdurchschnittlich warmen Wetterlagen. Sechs Monate waren unter den Top Ten der jeweiligen Messreihe“, sagte Meteorologe Alexander Orlik von der ZAMG am Donnerstag. Die Regionen, die die höchsten Abweichungen zum klimatologischen Mittel zeigen, sind Vorarlberg, Teile Nordtirols, das nördliche Salzburg, Oberösterreich, weite Teile Niederösterreichs und Wien. Hier war es in den Niederungen und im Tiefland um 1,8 bis 2,3 Grad wärmer als im vieljährigen Mittel. Südlich des Alpenhauptkammes lagen die Jahrestemperaturen im Tiefland weitgehend 1,3 bis 1,8 Grad über dem Mittel.

Extrem viele Sommertage
Die seit April fast durchwegs überdurchschnittlichen Temperaturen haben heuer auch extrem viele Sommertage (Höchstwert mindestens 25 Grad) gebracht. Ihre Zahl war größtenteils doppelt so hoch wie in einem durchschnittlichen Jahr, in den meisten Regionen gab es neue Rekorde. An der Spitze aller ZAMG-Messstationen lag Andau im Seewinkel (Burgenland) mit heuer 127 Sommertagen. Der alte Rekord betrug 120 Sommertage im Jahr 2003 in Leibnitz (Steiermark).

Außergewöhnlich war auch die Trockenheit in vielen Regionen Österreichs, vor allem in Vorarlberg, in den nördlichen Regionen Salzburgs, in Oberösterreich und im Großteil von Niederösterreich. Hier gab es 2018 um 20 bis 40 Prozent weniger Niederschlag als in einem durchschnittlichen Jahr. „In einigen Regionen sind sogar neue Trockenheitsrekorde zu erwarten, in Linz zum Beispiel zeichnet sich mit einer Niederschlagsmenge von etwa 520 Millimetern das trockenste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1852 ab. Das bedeutet hier rund 40 Prozent weniger Niederschlag als in einem durchschnittlichen Jahr“, sagte Orlik.

Sehr viel Regen in kurzer Zeit
2018 brachte in einigen Regionen auch sehr viel Regen in sehr kurzer Zeit, zum Teil mit Überschwemmungen und Muren. In Graz zum Beispiel gab es am 16. April ein Gewitter, das selbst an einem Sommertag als extrem einzustufen wäre. An der ZAMG-Wetterstation in Graz-Straßgang regnete es an diesem Tag 93,4 Millimeter. Davon kamen 78 Millimeter in nur drei Stunden zusammen. In der Innenstadt von Graz wurden stellenweise bis zu 162 Millimeter gemessen. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen April regnet es im gesamten Monat in Graz rund 50 Millimeter.

Weihnachten wird grün
Viele Menschen hoffen insgeheim ja noch immer auf klassische weiße Weihnachten. Doch ab Freitag setzt das Tauwetter ein und es wird wärmer und wärmer. Die Chancen auf weiße Weihnachten sinken damit weiter, und die Experten der privaten Wetterstation UBIMET machen allen Weihnachtsromantikern vorab einen Strich durch die Rechnung.

„Aus heutiger Sicht wird es in Wien und Umgebung am Heiligen Abend nicht schneien. Es werden rund zehn Grad erwartet. Lediglich in den Tiroler Alpen ist es möglich, dass es im Laufe des Tages schneit und auch etwas liegen bliebt“, berichtet Nikolas Zimmermann von UBIMET. „Die gute Nachricht aber: Am Christtag ist es durch eine einsetzende Kaltfront möglich, dass am Vormittag in Wien Schneeflocken vom Himmel fallen.“

Matthias Lassnig, Kronen Zeitung/krone.at

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