Mi, 23. Jänner 2019

„Krone“-Kommentar

20.12.2018 06:00

Weihnachtskarte ohne Weihnachten: Falsches Signal

„Die peinliche Weihnachts-Karte aus dem Kanzleramt“, lautete am Mittwoch der Aufmacher der deutschen „Bild“. Und auf Seite zwei titelte die Zeitung: „Integrationsbeauftragte schafft ,Weihnachten‘ ab“. „Krone“-Außenpolitik-Experte Christian Hauenstein über religiöse Feste, Tradition und echte Integration.

Die Empörung ist verständlich, fehlt doch auf der Weihnachtskarte, die von Staatsministerin Annette Widmann-Mauz verschickt wurde, das Wort „Weihnachten“. Stattdessen heißt es: „Egal, woran Sie glauben, wir wünschen Ihnen eine besinnliche Zeit und einen guten Start ins neue Jahr.“

In einem so christlich geprägten Land wie Deutschland ist es nicht nur unangebracht, eine solche Weihnachtskarte ohne Weihnachten zu verschicken. Es ist kontraproduktiv, sendet völlig falsche Signale. Ganz besonders, wenn diese auch noch von der Integrationsbeauftragten kommen.

Zu Traditionen und Werten stehen
Man kann nur dann von Menschen anderer Herkunft Integration und Achtung unserer Traditionen und Werte verlangen, wenn man auch selbst zu diesen steht. Wie soll ein Muslim erkennen und verstehen, was für uns Weihnachten bedeutet, wenn wir es selbst verleugnen?

Wahre Integration geht anders
Wahre Integration besteht im Bekenntnis zu den eigenen Traditionen und Werten bei gleichzeitiger Achtung der Werte und Traditionen der anderen, also in einem aufeinander Zugehen. Das Restaurant Kent in der Wiener Märzstraße, ein türkisches Lokal mit langjähriger Tradition, zeigt auf wunderbare Weise, wie das funktionieren kann: In der Zeit des muslimischen Ramadan ist das ganze Lokal auf ein reichhaltiges Buffet zum Fastenbrechen ausgerichtet, sodass auch alle bei Sonnenuntergang möglichst rasch zu essen und zu trinken bekommen.

Jetzt, in der Vorweihnachtszeit, steht ein bunt geschmückter Christbaum im Speisesaal und die Scheiben sind mit weißen Engerln besprüht. Und unsere persischstämmigen Nachbarn in Wien haben in ihrem Vorgarten gerade Weihnachtsbeleuchtung installiert.

Die Frau Staatsministerin und Integrationsbeauftragte in Berlin sollte sich ein Beispiel nehmen.

Christian Hauenstein, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
krone.at-Sportstudio
Brutale Streif, verzweifelte Serena, Rapid im Pech
Video Show Sport-Studio
Crash bei Schneefall
Lkw-Lenker bei Unfall in Fahrerkabine eingeklemmt
Niederösterreich
Posse geht weiter
Ab nach China? Arnautovic muss bis Sommer warten
Fußball International
Toller Erfolg:
Oscar-nominiertes Kostüm von Salzburgerin kreiert
Video Stars & Society
Smartphone-Flaggschiff
Honor View 20 kommt mit Selfie-Loch statt Kerbe
Elektronik
Trainingsfehler
Warum so viele Kreuzbandrisse?
Gesund & Fit
Avocado-Flüsterin
Royales Frühstück: Das isst Meghan Markle
Essen & Trinken
„Bisschen mehr essen!“
Fans machen sich Sorgen um Christina Stürmer
Adabei

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.