04.12.2018 15:37 |

Inhaftierte Matrosen

Ukraine will mit Russen „Staatsfeinde“ austauschen

Die ukrainische Regierung fordert weiterhin die unverzügliche Freilassung jener 24 Matrosen, die vor mehr als einer Woche bei einem militärischen Zwischenfall in der Meerenge von Kertsch von der russischen Küstenwache festgenommen und mittlerweile wegen illegalen Grenzübertritts angeklagt wurden. Nun erwägt die Ukraine sogar die Freigabe von Staatsfeinden und schlägt einen Gefangenenaustausch vor.

„Wir haben einen ausreichenden Austauschfonds: mehr als 300 Personen, die wegen antistaatlicher Aktivitäten verurteilt worden waren“, sagte Generalstaatsanwalt Juri Luzenko am Dienstag ukrainischen Medienberichten zufolge. Das Nachbarland solle darüber verhandeln. Die Seeleute sitzen derzeit in Moskau in Untersuchungshaft.

Unterdessen traf sich der ukrainische Präsident Petro Poroschenko mit den Familien der Seeleute. Auf Twitter veröffentlichte er ein Foto von dem Treffen und schrieb dazu: „Russland sollte unsere Seeleute freilassen. Das ist die wichtigste Voraussetzung.“ Bei einem Prozess in Russland drohen den Matrosen bis zu sechs Jahre Haft.

Poroschenko erwägt Gang zum Internationalen Gerichtshof
Poroschenko kündigte vor diesem Hintergrund an, Russland vor dem Internationalen Gerichtshof zu verklagen. Entsprechende Anweisungen seien an sein Justizministerium gegeben worden. Die Klage vor dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen werde derzeit vorbereitet.

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