Bardot: „Mit euch!“

Prominente solidarisieren sich mit „Gelben Westen“

Ausland
29.11.2018 12:59

Die seit knapp zwei Wochen andauernden Proteste der „Gelben Westen“ in Frankreich bekommen nun prominente Unterstützung. Die 84-jährige frühere Schauspielerin Brigitte Bardot ließ sich in einer gelben Warnweste, dem Markenzeichen der Protestbewegung gegen hohe Treibstoffpreise und die gesunkene Kaufkraft, ablichten. Bardot postete am Mittwoch das Bild mit den Worten „Mit Euch!“ auf ihrer Twitter-Seite. Auch andere französische Prominente haben sich bereits mit den sogenannten Gilets Jaunes solidarisiert.

Mit gereckten Daumen und an der Seite zweier Hunde zeigt sich Bardot auf Twitter. Auch einer von Bardots Hunden - sie gilt als streitbare Tierschützerin - trägt eine gelbe Weste. Das frühere Sexsymbol veröffentlichte ihren Tweet am Datum des Erscheinens ihres Films „Und immer lockt das Weib“ von 1956, wie französische Medien betonten. Das Foto zeigt sie vor ihrem alten Renault 4 in der Einfahrt ihres Anwesens in Saint-Tropez.

Rapper mit Warnweste und gereckten Mittelfingern
Bardot ist die bisher bekannteste Prominente, die ein Zeichen gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron setzt. Der Rapper Kaaris hatte sich bereits nach dem ersten großen Protest am 17. November mit der Bewegung solidarisiert. Der 38-jährige gebürtige Ivorer zeigte sich ebenfalls mit einer Warnweste, ausgestreckten Mittelfingern und einer Zigarette im Mund.

„Ich unterstütze die Gelben Westen“, erklärte auch der Sänger Michel Polnareff. Er bringe ihren Anliegen „sehr viel Respekt“ entgegen, sagte der 74-Jährige der Zeitung „Le Parisien“. Am Samstag werden in der französischen Hauptstadt neue Proteste und Straßenblockaden erwartet.

Michel Polnareff (Bild: AFP)
Michel Polnareff

Macrons Entgegenkommen reicht „Gelben Westen“ nicht
Präsident Macron reagierte am Dienstag auf die Proteste und kündigte an, dass die Steuern auf Benzin und Diesel künftig an die Entwicklung des Weltmarktpreises für Öl gekoppelt werden, damit die Bürger nicht zu stark belastet würden. Premierminister Edouard Philippe verteidigte am Mittwoch die Maßnahmen und nannte sie im Interview mit dem TV-Sender BFMTV „entschlossen“ und „vernünftig“. Gleichzeitig kündigte er an, „Gelbe Westen“ empfangen zu wollen, wenn es eine repräsentative Delegation gebe.

Vom Shootingstar zum „Präsident der Reichen“: Emmanuel Macrons Beliebtheitswerte sind im Sinkflug. Der Umgang mit den „Gelbe Westen“-Protesten hat ihm im Kampf um die Gunst der Bevölkerung nicht sonderlich geholfen. (Bild: APA/AFP/Bertrand GUAY)
Vom Shootingstar zum „Präsident der Reichen“: Emmanuel Macrons Beliebtheitswerte sind im Sinkflug. Der Umgang mit den „Gelbe Westen“-Protesten hat ihm im Kampf um die Gunst der Bevölkerung nicht sonderlich geholfen.

Vereinnahmungsversuche von links und rechts
Bisher gibt es aber solche Vertreter nicht. Die Bewegung entstand in den sozialen Medien und ist breit und diffus - hinter ihr steht keine Gewerkschaft oder politische Partei, auch wenn sich in den vergangenen Tagen von linker und von der extremen rechten Seite Politiker gemeldet haben, die die Proteste mittragen. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen macht aus ihrer Unterstützung für die Bewegung keinen Hehl und stachelt die Protestler an. Linksaußenpolitiker Jean-Luc Melenchon schreibt von der „fortschrittlichsten Form der Massenaktion in unserem Land“, die aus seiner Sicht den Weg für eine Revolution ebnen könnte.

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