16.11.2018 10:07 |

Causa Gruevski

Ex-Premier floh als „ungarischer Diplomat“

Auch wenn die ungarische Regierung abstreitet, dass sie bei der Flucht des verurteilten Ex-Premiers von Mazedonien mitgeholfen hat, gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass die illegale Ausreise Nikola Gruevskis - sein Reisepass ist von den Behörden eingezogen worden - ungarische Unterstützer gehabt hat. Angaben der albanischen Polizei zufolge war der verurteilte nationalkonservative Politiker auf seinem Weg Richtung Ungarn teilweise in einem Auto der ungarischen Botschaft unterwegs gewesen.

Die albanische Polizei teilte am Donnerstag mit, dass Gruevski im Diplomatenfahrzeug mit dem Kennzeichen CD 1013A, welches auf die ungarische Botschaft in Tirana registriert ist, am Sonntag über einen Grenzübergang von Albanien nach Montenegro gefahren sei. Wie der flüchtige Politiker von Mazedonien nach Albanien und später von Montenegro nach Ungarn gelangte, ist hingegen weiter unklar.

„Flucht erinnert an Spionagefilm“
Die montenegrinische Polizei hat allerdings ebenfalls bestätigt, dass Gruevski am Sonntag in Montenegro eingereist und noch am selben Tag wieder ausgereist sei. Weitere Details wurden nicht bekannt gegeben. Allerdings meldete das Internetportal „Deutsche Welle“ am Freitag, dass die ungarischen Vertretungen in Albanien, Montenegro und sogar Serbien Gruevskis Flucht, die „an einen Spionagefilm erinnert“, unterstützt hätten. Laut Nachrichtenportal reiste der ehemalige Premier also über Serbien nach Ungarn ein.

Gruevski, der zu Wochenbeginn eigentlich eine zweijährige Haftstrafe wegen Korruption antreten sollte, hatte am Dienstag über seine Facebook-Seite mitgeteilt, dass er in Budapest sei und dort einen Asylantrag gestellt habe. Die ungarische Regierung hat dies inzwischen bestätigt, allerdings betont, dass die Entscheidung, ob der Mazedonier politisches Asyl erhält, einzig und allein „auf juristischer Grundlage“ fallen werde.

Gabor Agardi
Gabor Agardi
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