09.11.2018 16:10 |

Bei Geburtstagsfeier

Nachbar zielt in Wien mit Pistole auf Kinder

Es sollte ein ganz normaler Kindergeburtstag in Wien-Donaustadt werden. Doch das erst fünf Jahre alte Mädchen musste direkt in den Lauf einer Pistole blicken. Ein 30-jähriger Nachbar zielte mit einer Waffe auf die Gäste einer Geburtstagsparty. Ein Schock für alle Beteiligten, vor allem für die anwesenden Kinder. „Meine Tochter erzählt allen im Kindergarten, dass die Polizei bei ihrem Geburtstag war“, berichtet die entsetzte 26-jährige Wienerin mit ghanaischen Wurzeln. Das Schlimmste: Der Mann durfte noch am selben Tag in die Wohnhausanlage zurückehren. Und lächelte ihr direkt ins Gesicht.

Weil im Gemeinschaftsraum der Wohnhausanlage mit Freunden und Familie ein Kindergeburtstag gefeiert wurde, rastete ein benachbartes Paar komplett aus: „Geht zurück nach Afrika!“, „Was wollt ihr hier?“ und „Ich bin Deutscher“ - Sätze, die die feiernde Familie nie vergessen wird. Im Stiegenhaus entwickelte sich daraufhin ein heftiger Streit. „Ich bin mir sicher, dass er ein Rassist ist“, sagt die Mutter gegenüber krone.at.

„Alle haben gleichzeitig geweint“
Wie aus dem Nichts habe der 30-jährige Österreicher seine Wohnungstür geöffnet und mit einer Pistole direkt auf die Kinder im Gemeinschaftsraum gezielt. Durch ein Glasfenster haben sie jeden Augenblick miterleben müssen. Die Patin des Mädchens reagierte sofort: „Alle auf den Boden!“, schrie sie und verständigte die Polizei. In Minutenschnelle waren sechs Polizeiwagen sowie die Spezialeinheit WEGA vor Ort. Diese sicherte schließlich die Waffe - alles vor den Augen der Kinder: „Alle haben gleichzeitig geweint“, erinnert sich die Mutter.

Auf Anfrage von krone.at bestätigte die Polizei den Vorfall. Bei der Waffe handelte es sich demnach um eine Softgun. Der Besitzer wurde wegen gefährlicher Drohung angezeigt, durfte aber noch am selben Tag heimkehren. „Als wir nach der Party aufgeräumt haben, war er schon wieder zurück und lächelte mich an“, schildert die fassungslose Mutter: „Ich muss jetzt neben diesem Menschen weiterleben.“

Alexander Bischofberger-Mahr
Alexander Bischofberger-Mahr
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