Do, 18. Oktober 2018

Für bis zu 5 Jahre

09.10.2018 11:16

Australien will Migranten aus Städten verbannen

Schnapsidee oder realistische Zukunftsstrategie? Neue Einwanderer in Australien sollen nach dem Willen des Ministers für Bevölkerung, Städte und städtische Infrastruktur gezwungen werden, sich in Kleinstädten und auf dem Land anzusiedeln. Demnach sollen Neuankömmlinge aus bevölkerungsreichen Städten wie Melbourne oder Sydney verbannt werden.

Ziel sei es, die Städte zu entlasten und die durch das starke Wachstum entstehenden Kosten zu senken, sagte Alan Tudge am Dienstag in Melbourne. Die Regierung wolle das Ungleichgewicht mit geografischen Einschränkungen bei Aufenthaltsvisa und durch Anreize ausgleichen.

Australiens Bevölkerung - derzeit 24,1 Millionen - wächst jedes Jahr um 400.000 Menschen. Drei Viertel des Zuwachses entsteht durch Einwanderung. Den Großteil der Neuankömmlinge zieht es in die Städte an den Küsten, etwa Melbourne, Sydney oder Brisbane.

„Wir arbeiten an Maßnahmen, damit mehr Neuankömmlinge in die kleineren Staaten und Regionen gehen“, sagte Tudge. Die Beschränkung soll dem Minister zufolge für bis zu fünf Jahre gelten.

Theoretisch könnten diese Regeln für etwa 45 Prozent der Einwanderer nach Australien gelten, da der Rest entweder im Rahmen der Familienzusammenführung oder mit einer konkreten Jobzusage oder einem Studienplatz ins Land kommt. Wie die Vorgaben der Regierung kontrolliert werden sollten, dazu machte Tudge keine Angaben.

Im vergangenen August hatte erstmals seit fast vier Jahren wieder ein Flüchtlingsboot Australien erreicht. Australien lässt Bootsflüchtlinge grundsätzlich nicht ins Land. Stattdessen werden sie entweder zurückgeschickt oder in Lagern auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Manus und auf der Pazifikinsel Nauru interniert - wo sogar anerkannte Asylwerber landen. Anerkannte Flüchtlinge will die Regierung von den Lagern in Drittstaaten umsiedeln. Die australische Flüchtlingspolitik wurde von Politikern der ÖVP-FPÖ-Regierung zum Vorbild genommen.

 krone.at
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