Mi, 19. Dezember 2018

Mercedes-Teamchef

01.10.2018 11:23

Toto Wolff: Darum gab es die Stallorder für Bottas

Die Aufregung der Formel-1-Fans nach dem GP von Russland ist noch immer riesig! Nur dank einer Stallorder von Mercedes-Teamchef Toto Wolff gewann WM-Leader Lewis Hamilton zum dritten Mal in Sotschi. „Aber der moralische Gewinner ist Bottas“, schreibt etwa „La Repubblica“. Der Finne übergab in Runde 25 die Führung an den WM-Leader, weil es der Mercedes-Kommandostand so verlangte. Nun erklärt Wolff seine umstrittene Entscheidung.  

Beim GP von Russland wurden die schlimmsten Befürchtungen war - auch jene von Toto Wolff. Schon vor dem Rennen habe ihm die drohende Stallorder eine schlaflose Nacht beschert: „Ich habe immer an die Situation gedacht und welche Auswirkungen sie auf unsere Marke hat“, gibt der Wiener zu. „Rational gesehen, war es die richtige Entscheidung. Auch wenn unser Sportlerherz ‘nein‘ sagt. Aber jemand muss der Bösewicht sein - und diesmal bin ich es“, räumte Mercedes-Motorsportchef ein, obwohl die Silberpfeil-Strategen mit ihren beiden Fahrern vorher schon diverse Szenarien durchgespielt hatten. „Du musst dann abwägen: Willst du am Sonntagabend aus vielen richtigen Gründen der Bösewicht sein oder der Idiot am Ende der Saison in Abu Dhabi. Dann bin ich lieber der Bösewicht heute und nicht der Idiot in Abu Dhabi.“

Dabei hat ausgerechnet ein Strategie-Fehler bei Mercedes die so unpopuläre Entscheidung ausgelöst. Denn Vettel überholte dank starker Outlap beim Boxenstopp Hamilton und warf damit ungewollt alle Überlegungen beim Weltmeisterteam über den Haufen. „Eigentlich wollten wir Valtteri vorne durchfahren lassen. Durch diesen Fehler hat Lewis aber Blasen auf dem Reifen bekommen und wir mussten im Sinne der WM reagieren“, erklärte der Mercedes-Teamchef den angeordneten Platzwechsel.

In Runde 25 musst Pole-Mann Bottas den WM-Leader schließlich vorlassen. „Ich weiß, es fühlt sich nicht richtig an. Aber im Sinne der WM musste man diesen Call machen“, so Wolff. Bottas hatte deshalb schon während des Rennens herumgenörgelt und kurz vor Schluss nochmals einen Rücktausch eingefordert. „Das kann man bei sieben Punkten Unterschied nicht machen und so viele Punkte herschenken“, sagte Wolff. „Das versteht hoffentlich jeder, auch wenn es für die Fans schwer zunehmen ist.“

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