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20.09.2018 09:26

„Gipfel-Ruhe“ und ein fröhlicher Rupertikirtag

Der EU-Gipfel teilt Salzburg in zwei Welten: Am Rupertikirtag bauten entspannte Standler ihre Fahrgeschäfte auf, vom Aufmarsch der EU-Größen spüren sie kaum etwas. Jenseits der Salzach herrschte dafür schon am Mittwoch teils gähnende Leere, die Polizei-Präsenz ist dafür groß. Ein „Krone“-Stimmungsbild.

Hotelchefin Anna Sigl und Team bauen gerade ihren bierigen Stand auf. Vom großen Theater mit der EU-Prominenz hat sie mehr als genug: „Ein alter Flugzeugträger wäre der bessere Veranstaltungsort. Da braucht es kein aufwändiges Sicherheitskonzept und die Stadt wird nicht in einen Ausnahmezustand versetzt.“ Sie kümmert sich lieber um die Kirtag-Geher.

Tracht ist rund um den Dom Dresscode: nicht so wie jenseits der Salzach, wo vor allem die vielen Anzugträger mit den Zugangskarten um den Hals auffallen.

Maria Kneidl und ihre Familie finalisieren gerade mitten am Residenzplatz die Arbeiten an ihrem Kulinarik-Stand mit dem legendären Steckerlfisch: Die Standler kommen aus Bayern, sind damit ein Beispiel für gelebten Alltag im EU-Grenzraum. „Ich habe schon befürchtet, dass es in der Früh Stau gibt. Es ist aber gut gegangen“, erzählt sie, dass die Grenzkontrollen manchmal viel Zeit kosten. Und Lisa ergänzt: „Eine logistische Herausforderung ist es schon.“ Die Familie ist auch auf der Schranne vertreten, verschmerzt es, dass der Donnerstag ausnahmsweise schrannenfrei bleibt.

Standler Gerhard Wiesbauer aus Langenlebern gehört nicht zu den glühenden EU-Anhängern: „Es heißt immer, wir sind alle in der EU, dann gibt es doch wieder viele nationale Unterschiede.“ Die Regierkassa etwa, Mautausnahmen für Lkws: In Deutschland hätten es Standler leichter, meint er. Mit dem Tassen-Karussell kommt er gerne nach Salzburg und ist froh, dass sich der Gipfel vorwiegend auf der anderen Salzach-Seite abspielt. Merkel- oder Macron-Schauen will von den Standlern niemand gehen. Auch Selina Deisenhammer rechnet nicht damit, dass Regierungschefs bei ihr im Autodrom Platz nehmen könnten

Im Festspielbezirk waren Arbeiter Mittwochvormittag noch mit dem roten Teppich beschäftigt. Das Dauer-Dröhnen der Polizeihubschrauber, die über der Stadt kreisen, gehört zu den Gipfel-Auswirkungen. „Besser in der Luft, als auf der Straße“, meint ein Helfer beim Kirtag. Viele Kilometer legen an den Gipfel- und Kirtag-Tagen auch die Salzburger Taxler zurück. „Es ist für Salzburg eine gute Werbung. Laut Polizei sind die Sperren nur dort, wo sie wirklich nötig sind. Leichte Verkehrsbehinderungen sind wir ja gewohnt“, meint Cheftaxler Erwin Leitner.

Auf der rechten Altstadt-Seite herrschte Mittwochfrüh noch ungewohnte Ruhe, teils sogar gähnende Leere: „Nur einige Touristen kommen“, erzählen Hildegard und Christoph Wimmer von Moden Gollhofer. Die Polizei greift durch: Draußen wird gerade wieder ein Auto abgeschleppt.

Lea und Niko vom Café San Marco am Makartplatz freuen sich über die Gipfel-Teilnehmer: „Viele stärken sich in der Mittagspause bei uns.“ Ein Gast wartet und will unbedingt Sebastian Kurz treffen. Ein paar Schritte weiter, im „Bristol“ steht Polizei vor der Türe. Wer hier logiert? „Wir haben viele internationale Gäste“, bleibt Annemarie Schwarz geheimnisvoll.

Am frühen Abend war dann schon mehr vom Gipfel zu spüren: Viele Ampeln schalteten kurz vor 17 Uhr auf Orange. Und an den Einfahrtsstraßen vom Flughafen bildeten sich Staus.

Sabine Salzmann
Sabine Salzmann

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