05.05.2004 15:00 |

Ring frei!

Fight Night 2004

Wenn sich zwei muskelbepackte, stiernackige Kontrahenten unter dem Johlen der Zuschauer gegenseitig so richtig vermöbeln, die Coachs in den Pausen die letzten taktischen Anweisungen geben und die Nummerngirls in der Zwischenzeit ihre Show abziehen, dann bittet EA Sports in „Fight Night 2004“ zum heißen Tanz im Boxring.
Das Einstiegsmenü bietet nur ganz wenigeSpieloptionen, denn mehr als einen Schnellstart- und einen Karrieremodusfindet man nicht. Im Schnellstartmodus wählt man einen einfacheinen der zahlreich vorhandenen, lizensierten, Boxer, bei denennatürlich auch Legenden wie etwa Muhammed Ali nicht fehlendürfen. Nachdem eine der verschiedenen Arenen - die Auswahlreicht vom berühmten Ceasars Palace bin hin zu einer einfachenTrainingshalle - ausgewählt wurde, kann es auch schon losgehen.
 
Die grafische Präsentation ist wie bei allenEA Sports Spielen auf einem hohen Niveau. Dies gilt auch fürdie Animationen der Boxer. Lediglich wenn sie den Ringseilen zunahe kommen wirkt sie teilweise etwas abgehakt. Die Soundeffekteund die Musikuntermalung, welche durchwegs aus Rapssongs besteht,sind ebenfalls gut gelungen.
 
Bei der Steuerung geht EA neue Wege. Vorbei sinddie Zeiten wo einfach wild auf die Buttons gedrückt werdenmusste, um Erfolg zu haben. Die Schläge werden mittels derAnalogsticks ausgeführt. In Kombination mit den Schultertastenwerden Schläge geblockt oder mach weicht geschmeidig aus.Schon nach kurzer Eingewöhnungsphase begeistert diese innovativeForm der Steuerung und man fragt sich unwillkürlich, warumdiese Idee nicht schon früher umgesetzt wurde.
 
Wildes drauflos prügeln führt keinesfallszum Erfolg, denn jeder Schlag kostet Kraft und daher sollte manmit Bedacht Schlagkombinationen ausführen, blocken und aufDistanz gehen, um nicht vorzeitig auf die Bretter geschickt zuwerden. Bei der KI der Computergegner lassen sich verschiedeneStrategien erkennen, so gehen manche gerne in den Infight, anderewiederum boxen auf Distanz, wodurch sich die Kämpfe sehrabwechslungsreich gestalten.
 
Als einziger Kritikpunkt ist das eher unrealistischeStandvermögen der gegnerischen Boxer zu sehen, welches eherdem eines Ochsen gleicht, denn selbst nach fünf Niederschlägensind sie teilweise noch nicht KO.
 
Im Karrieremodus versucht man aus einem blutigenAnfänger und mittelmäßigen, aber talentiertenBoxer den neuen Superstar zu formen. Dazu muss ausgiebig trainiertwerden, welches in Form von Minispielen absolviert wird. Je erfolgreicherdiese bestritten werden, umso mehr Punkte kommen danach bei deneinzelnen Fähigkeiten hinzu. Erfolgreich bestrittene Kämpfewerden nicht nur mit einer Verbesserung in der Rangliste belohnt,sondern auch mit der Freischaltung verschiedener Goodies, wiespezielle Shorts, Tattoos, einem Feuerwerk beim Einmarsch undnoch vielem mehr.
 
Fazit: "Fight Night 2004" ist die derzeitbeste am Markt befindliche Boxsimulation, die eine gelungene Präsentationin Verbindung mit einer innovativen Steuerung bietet. Füralle Box-Fans ist dieses Spiel ein Muss, aber auch alle anderenSportinteressierten sollten einen Blick riskieren.
 
Plattform: PS2 (getestet), Xbox
Publisher: EA
Krone.at-Wertung: 84%
Donnerstag, 13. Mai 2021
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