Sa, 20. Oktober 2018

Zur Früherkennung

17.09.2018 12:54

Forscher bringen Krebszellen zum Leuchten

Forscher der Medizinischen Universität Innsbruck wollen Krebszellen im Dickdarm mittels Nanopartikeln zum Leuchten bringen, um Tumore besser sichtbar zu machen. Krebszellen sollen so mit einer leuchtenden Substanz markiert werden, um bei einer vorsorglichen Darmspiegelung auch kleinste Tumore erkennen zu können.

In unseren Breiten ist Dickdarmkrebs die am zweihäufigsten aufretende Variante von Krebs. Da sich der Tumor einfach entfernen lässt, lässt sich Dickdarmkrebs im Frühstadium für gewöhnlich gut therapieren, so die Med-Uni Innsbruck. Doch leider wird der Krebs meist erst sehr spät, in einem Stadium, in dem die Behandlung bereits sehr schwierig sei, entdeckt.

Fluoreszierende Nanopartikel
„Das Darmkrebs-Screening ist eigentlich eine sehr gut Vorsorge. Doch es gibt hier eine Lücke, weil einige Prozent der Karzinome nicht erkannt werden“, erklärt der Biologe Paul Debbage. Um diese Lücke zu schließen, entwickelten unter der Leitung von Debbage Forscherteams in Portugal, Norwegen und Innsbruck fluoreszierende Nanopartikel, die sich an die Zell-Membranen der Krebszellen binden sollten. „Bei einer Darmspiegelung sieht der Mediziner, der die Untersuchung durchführt, eine rosafarbene Welt. Hier müssen die Krebszellen stark aufleuchten, um gerade im frühen Stadien des Krebses gut erkennbar zu sein“, so Debbage.

Die Nanopartikel basieren hierbei auf einem Bestandteil des Blut-Serums. „Sie tragen auf der einen Seite einen Farbstoff und auf der anderen Seite einen Antikörper des Immunsystems“, sagte Gudrun Thurner, Mitglied der Innsbrucker Gruppe. Antikörper können bestimmte Eiweißstrukturen erkennen, um im Körper Krankheitserreger auszuschalten. Die hier verwendeten Antikörper sollen ein bestimmtes Eiweiß in der Zellmembran der Krebszellen erkennen und sich daran binden. 

Umsetzung teuer - und schwierig
„Nanopartikel sind komplex wie kleine Maschinen. Der Gesetzgeber verlangt zu Recht nach der Testung auf Toxizität“, meinte Debbage, der hinzufügte, dass dies jedoch einige Millionen Euro koste. Die Methode wäre aber breit einsetzbar. Sie ließe sich auch auf Krebs der Haut, der Nase, des Magens oder auf Lungenkrebs anwenden - also generell bei Krebsarten, die von außen zugänglich seien. An diese komme man mit Nanopartikeln heran, ohne sie in die Blutbahn einleiten zu müssen.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.