Di, 18. September 2018

550 Teraflops

13.09.2018 08:30

Neuer ZAMG-Rechner macht Wetterprognosen genauer

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien-Döbling verfügt über einen neuen „High Performance Computer“. Der Hochleistungsrechner kann bis zu 550 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde (Teraflops) durchführen, was unter anderem die Genauigkeit von Wetterprognosen deutlich steigern werde, hieß es anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme am Mittwoch.

Der neue Computer bringt die zweieinhalbfache Leistung des bisherigen Hochleistungsrechners der ZAMG. Es handle sich um den schnellsten Rechner, der in einer Einrichtung des Bundes rund um die Uhr im Einsatz ist. Die rund 7000 Prozessorkerne sind zu 192 Knoten zusammengefasst, auf denen jeweils eigenständige Berechnungen möglich sind. Den Wissenschaftlern stehen 19 Terabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung.

Für Bildungsminister Heinz Faßmann leistet der Rechner „einen großen Beitrag, um mit Vorhersagen und Warnungen die Bevölkerung und die Infrastruktur zu schützen“. Genutzt wird der neue Computer in erster Linie für das österreichische regionale Vorhersagemodell „AROME“, das alle drei Stunden „für das geografisch sehr komplexe Gebiet in Österreich und Umgebung“ neu berechnet wird, so der Minister.

Genauigkeit steigt auf 1,2 Kilometer
Mit den nun deutlich höheren Rechenkapazitäten lassen sich die Vorhersagen auf noch kleinere räumliche Einheiten herunterbrechen: Vom bisherigen Gitternetz mit jeweils zweieinhalb Kilometern horizontaler Auflösung steigt die Genauigkeit auf 1,2 Kilometer, so ZAMG-Direktor Michael Staudinger.

In diesen kleineren Einheiten werden die Witterungsbedingungen in jeweils 90 Höhenschichten berechnet. So lassen sich etwa kleinräumigere Wetterereignisse wie starke Gewitter besser erfassen und Wetterwarnungen verbessern. Außerdem wollen die Experten eine neue stündliche Kurzfrist-Prognose etablieren, in die mehr Daten von Satelliten sowie Radar- und Flugzeugmessdaten und Informationen von Wetterstationen einfließen sollen.

Unterschiedlichste Anwendungsgebiete
Abseits der täglichen Prognosen forscht man mithilfe des Computers an der Verbesserung von Modellen zu Ausbreitungsvorhersagen nach Unfällen, bei denen gefährliche Substanzen wie Chemikalien oder radioaktive Partikel in die Luft abgegeben werden. Außerdem könne man Berechnungen zu Windschäden, zum Borkenkäferbefall heimischer Wälder oder auch zur Entwicklung der Gletscher durchführen.

Ein weiterer Schwerpunkt liege auf der Klimaforschung. So werde man Zukunftsszenarien für die klimatische Entwicklung in Städten, im Alpenraum und im gesamten Europa simulieren.

 krone.at
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