Do, 20. September 2018

Gesunde Ernährung

16.09.2018 06:00

Muskelschmaus und Knochenfutter

Keine Angst vor „Alterskilos“: Zwar verändert sich um die Lebensmitte der Stoffwechsel, das sollte dem Genuss aber keinen Abbruch tun. Mit unseren Expertentipps bleiben Sie fit und jugendlich.

Jene, die bereits die entscheidenden Jahre erreicht haben, werden die Veränderung im Stoffwechsel und der körperlichen Leistung kennen, alle anderen sollten sich rechtzeitig darauf vorbereiten: Es ist sinnvoll, in der zweiten Lebenshälfte einen verstärkten Fokus auf die Vorbeugung von Zivilisationserkrankungen zu legen, auf vernünftige Ernährung und ausreichend Bewegung zu achten. Damit lassen sich nicht nur - wissenschaftlich nachgewiesen - Alterungsprozesse verlangsamen, es stärkt auch die Genussfähigkeit. Aber wo anfangen? Eine radikale Veränderung vom Couchpotato zum Marathonläufer wird wohl kaum gelingen und ist auch nicht sinnvoll. Es geht vielmehr um ein gutes, bewusstes Körpergefühl und einen angepassten Speiseplan, der schmeckt, schon beim Kochen Spaß macht und dabei noch gesund erhält.

Das ist gar nicht so schwer, wie die beiden Ernährungswissenschafterinnen Mag. Sabine Bisovsky und Mag. Eva Unterberger (Eigendefinition „leidenschaftliche Genießerinnen“) betonen: „Je älter wir werden, desto weniger Kalorien brauchen wir. Besonders zwischen 40 und 60 legen daher viele Menschen mehr ,Alterskilos‘ zu, als den meisten lieb ist. Aber wir haben Strategien zum Schlankbleiben.“  Die 7 essenziellen Lebensmittel für die Lebensmitte:

  • Brokkoli, Karfiol, Kraut & Co.: Kohlgemüse kann mit seinen bioaktiven Substanzen (Glucosinolate, Polyphenole) nachweislich das mit zunehmendem Alter gesteigerte Risiko für Dickdarmkrebs senken.
  • Joghurt, Acidophilusmilch und Käse: Kalzium aus Milchprodukten verzögert mitunter den altersbedingten Knochenabbau.
  • Hafer, Gerste: halten die nützlichen Darmbewohner bei Laune und entsorgen Cholesterin im Darm.
  • Grüne Sojabohne: Die leicht östrogen wirkenden Isoflavonoide können mithelfen, Wechselbeschwerden zu mildern.
  • Heidelbeeren, Rotkraut und Melanzani: Die tiefrote bis violette Farbe stammt von den sogenannten Anthocyanen (wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe). Deren geballte antioxidative Kraft schützt Körperzellen vor Freien Radikalen und damit vor frühzeitigen Alterungsprozessen.
  • Eier sind besser als ihr Ruf, denn sie beeinflussen den Cholesterinspiegel kaum. Hingegen bereichern sie die Nährstoffbilanz mit Vitamin D, Eisen und B-Vitaminen.
  • Walnüsse liefern viel der unentbehrlichen Alpha-Linolensäure, die mithilft, Gefäße und Herz gesund zu halten.

Für alle, die nachhaltig denken und gerne Obst und Gemüse der Saison essen, bricht im Winter eine karge Zeit an. Spätreife Apfel- und Birnensorten wie Renette, Cox Orange oder Gute Luise schmecken zwar auch im Jänner noch gut, mit der Vielfalt ist es aber dann nicht mehr weit her. Also doch einen langen Transportweg in Kauf nehmen? „In der obstarmen Jahreszeit ist heimisches Gemüse eine unschlagbare Nährstoffquelle. Karotten, Pastinaken, Rote Rüben oder Sellerie können Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe aus Obst wunderbar ersetzen“, so die Ernährungswissenschafterinnen.

Vieles lässt sich auch roh als Salat essen. So schmeckt zum Beispiel eine Kombination aus Weißkraut, Karotten und Zwiebel mit einer leichten Joghurtmarinade wunderbar erfrischend.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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