Grand Prix in Göteborg

Weißhaidingers Sensationslauf hält an

Sport-Mix
18.08.2018 20:04
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Der Sensationslauf von Österreichs Leichtathletik-Star Lukas Weißhaidinger hält weiter an! Unser EM-Dritter von Berlin 2018 gewann bei regnerischem Wetter mit großartigen 65,37 m den Diskus-Bewerb beim Folksam Grand Prix in Göteborg. Weißhaidinger jubelte: „Ich bin immer noch in Wurflaune! Über die Weite bin ich selbst ein wenig überrascht!“

Zweiter unter den fünf eingeladenen Teilnehmern wurde der Schwede Simon Petterson mit 63,29 m vor dem US-Amerikaner Sam Mattis (62,40). Daniel Stahl, EM-Zweiter von Berlin 2018 und WM-Zweiter von London 2017, hatte keinen gültigen Versuch. Der schwedische Star kam offenbar mit dem ständigen Nieselregen nicht zurecht. Im vierten Durchgang hatte er einen 68-m-Wurf, den er aber übergetreten hatte.

Weißhaidinger hatte den Bewerb mit 61,09 m begonnen, danach folgten zwei ungültige Versuche, ehe er die 2-kg-Scheibe auf 65,37 m schleuderte. Zum Abschluss ließ er noch 61,69 und 61,55 folgen. Weißhaidinger war der einzige Werfer, der vier gültige Versuche hatte, meinte: „Die Bedingungen waren schon schwierig!“ Seine Siegerweite war nach dem Trubel der letzten Woche mit der Rückkehr aus Berlin, Empfängen und Interviews eher unwahrscheinlich gewesen. Auch Trainer Gregor Högler wäre schon mit einer Weite um die 63,00 bis 63,50 m zufrieden gewesen.

Auf der anderen Seite sagte Högler nach dem Wettkampf in Göteborg auch: „Im Training war es die letzten Tage vor dem Abflug gut gegangen, Luki hatte sich gut bewegt. Und jetzt baut er sich offenbar für Brüssel auf!“ Dort steigt am 31. August das Diskus-Finale der Diamond League. Weißhaidinger ist der erste Österreicher, der sich für ein Finale in der Königsklasse der Leichtathletik qualifiziert hat.

Schon die bisherige Saisonbilanz des Oberösterreichers ist sensationell. Göteborg war sein 16. Wettkampf des Jahres (inklusive der Hallen-Saison und der Qualifikation bei der EM in Berlin). Göteborg war dabei sein achter Saisonsieg! Zudem hatte er zwei weitere Podestplätze - Zweiter in Bellinzona und Dritter in Berlin. In Göteborg warf Weißhaidinger übrigens zum 24. Mal weiter als 65 m.

Zuvor hatte Nada Ina Pauer in Göteborg als Sechste über 3000 m in 9:06,52 Minuten eine großartige persönliche Bestzeit auf. Siegerin wurde Loice Chemnung (Ken) in 8:50,49 Minuten. Die Österreicherin hatte bis dahin eine Bestzeit von 9:17,76, heuer am 5. Juni als Zweite in Aarhus erzielt. Damit verbesserte sich Pauer auch auf den vierten Platz der „ewigen“ österreichischen 3000-m-Bestenliste der Frauen. Diese wird angeführt von Susanne Pumper (8:47,04) und Theresia Kiesl (8:55,56). Dritte der Rangliste ist Jenni Wenth mit 9:01,9.

Nada Ina Pauer bewies damit ihre Klasse und ihre mentale Stärke. Denn nur vor sechs Tagen war sie ja bei der EM in Berlin im 5000-m-Finale wegen Überschreitens der Bahn disqualifiziert worden. Diese Enttäuschung hat sie aber schnell überwunden und in Göteborg die beste Antwort gegeben. Ursprünglich war sie in Berlin tolle 15. gewesen.

Olaf Brockmann, Kronen Zeitung

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