So, 23. September 2018

Schwimm-EM

07.08.2018 20:50

Rekord! Reitshammer überrascht im Brustsprint

Der Tiroler Bernhard Reitshammer hat bei den Langbahn-Europameisterschaften in Glasgow mit zwei österreichischen Rekorden und Platz 13 über 50 m Brust positiv überrascht! Im Vorlauf am Vormittag hatte er seine am 20. April fixierte OSV-Bestmarke um 1/100 auf 27,66 Sekunden gedrückt, im Semifinale verbesserte er sich um weitere 19/100 auf 27,47.

Ende Juli bei den Staatsmeisterschaften war Reitshammer mit fünf Einzel-Titeln erfolgreichster Teilnehmer gewesen, den Schwung nahm er mit. Nach zuvor guten Leistungen erfüllte er sich im Brustsprint den Traum vom Semifinale. Da wurde er dann neben Größen wie Adam Peaty vorgestellt. „Nervös war ich am Nachmittag auf jeden Fall. Aber ich glaube, 99 Prozent der Leute im Semifinale sind nervös. Da kann man sich nicht daran gewöhnen.“ Unmittelbar vor dem Endlauf war die Nervosität weg, Reitshammer erwischte ein sehr gutes Rennen. „Der Anschlag war nicht das Beste, da wären noch ein paar Hundertstel gegangen.“ Linz-Coach Marco Wolf am Beckenrand war jedenfalls sichtlich zufrieden, das Semifinale wäre auch bei besserem Finish mit drei Zehntel zum Achtplatzierten zu weit entfernt gewesen. „Beim nächsten Mal ist das machbar“, sagte Reitshammer mutig. „Für heute ist es perfekt.“

„Das ergibt zwar keinen Sinn, aber so funktioniert es sehr gut“
Dabei trainiert Reitshammer fast nie in der Brustlage. „Nur manchmal ein bisschen Technik, hauptsächlich Rücken oder Kraul“, verblüffte der 24-Jährige. „Als ich vor ein paar Jahren mehr auf Brust trainiert habe, bin ich da langsamer geworden. Das ergibt zwar keinen Sinn, aber so funktioniert es sehr gut.“ Die Brustlage braucht der Kurzbahn-EM-Sechste 2017 über 100 m Lagen eben für seine Lagen-Ambitionen. Diese hat er in Glasgow noch zurückgesteckt. Denn so gut er auf dem 100er auf der Kurzbahn schon ist, die 200-m-Distanz als kürzeste über die Lagen auf der Langbahn ist er noch nie geschwommen. „Und bevor wir das hier bei der EM probieren, es danebengeht und es sich im Kopf festsetzt, haben wir es nicht gemacht.“ Ab der nächsten Saison geht Reitshammer mehr auf Lagen. „Das Ziel ist, auf 200 oder 100 m Rücken oder auf 200 m Lagen das Olympia-Limit zu schwimmen.“

Wasserspringer Schaller zahlt bei EM-Debüt Lehrgeld
Wasserspringer Nikolaj Schaller musste indes in seinem allerersten EM-Bewerb Lehrgeld zahlen. Der 17-jährige Junior wurde im Royal Commonwealth Pool von Edinburgh in der 1-m-Konkurrenz unter 27 Springern Letzter. Seinen sechsten bzw. letzten Sprung verpatzte Schaller, sonst hätte er wohl zumindest zwei Konkurrenten hinter sich gelassen. Der Finalsieg ging an den Briten Jack Laugher. Am Mittwoch sind Schaller und die erst 16-jährige Selina Staudenherz im Mixed-Bewerb vom 3-m-Brett im Einsatz (14.30 Uhr). Am Donnerstag und Samstag (jeweils 10.30 Uhr) bestreiten die beiden Aktiven der Schwimm-Union Wien die entsprechenden Solo-Bewerbe.

Schottischer EM-Heimsieg durch Scott über 200 m Kraul
Das Gros der Zuschauer im Tollcross International Swimming Centre von Glasgow durfte später am Abend dann noch einen absoluten Heimsieg bejubeln. Nicht nur ein Brite, sondern ein Schotte schnappte sich eine Goldmedaille. Duncan Scott war im Semifinale nur Achter gewesen und lediglich um die 84/100 schneller, um die Felix Auböck den Endlauf verpasst hatte. In diesem steigerte sich Scott auf 1:45,34 Minuten. „Ich bin entzückt“, sagte der 21-Jährige, nachdem er seinen Coup auf Außenbahn acht gelandet hatte. „Ich habe von dort nicht gesehen, was mit dem Rest des Feldes war.“ Zwischen seinem um 1,63 Sekunden langsameren Lauf am Vorabend und dem Finale habe er noch einiges an seiner Taktik korrigiert. „Toll, dass das funktioniert hat. Ich bin etwa schneller angegangen.“ Bei der letzten Wende lag Scott noch ex aequo voran und verschaffte sich dann noch 73/100 Luft.

Zum Abschluss der Session schlug Großbritannien mit der Damen-Staffel über 4 x 200 m Kraul noch einmal zu. In einem bis zur letzten Wende hauchdünnen Rennen der Top vier setzten sich Eleanor Faulkner, Kathryn Greenslade, Holly Hibbott und Freya Anderson in 7:51,61 letztlich doch 1,26 Sekunden vor Russland durch. Deutschland holte sich eine Zehntel vor Frankreich Bronze. Über 50 m Delfin der Herren gab es in 22,48 Sekunden einen Favoritensieg durch den ukrainischen Weltrekordler Andrij Goworow. Von den Einzel-Endläufen der Damen gingen zwei an Russinnen. Anastasija Fesikowa siegte über 100 m Rücken in 59,19 Sek., Julia Jefimowa gewann über 200 m Brust überlegen in 2:21,31 und hat nun im Sprint die Chance auf das Brustlagen-Triple. Letztlich holte die 19-jährige Simona Quadarella nach den 800 in 15:51,61 auch die 1.500 m Kraul.

 krone.at
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