So, 21. Oktober 2018

Tod in Flammenhölle

31.07.2018 19:21

James (5) flehte: „Opa, bitte komm und hol uns!“

Während bei starker Sommerhitze und Trockenheit der Kampf gegen die Buschfeuer in Kalifornien weitergeht, sind jetzt dramatische Details zum Tod zweier Kinder, vier und fünf Jahre alt, und ihrer Urgroßmutter öffentlich geworden. Ed Bledsoe, der zum Zeitpunkt der Tragödie nicht zu Hause wahr, schilderte gegenüber Medien, wie sein fünf Jahre alter Urenkel James noch am Telefon flehte: „Opa, bitte komm und hol uns!“ Wenig später verbrannten der Bub, seine Schwester Emily und Uroma Melody.

Die Kinder waren - wie berichtet - mit ihrer Uroma Melody am Donnerstag in ihrem Anwesen in Redding von einer Flammenwand des sogenannten Carr-Feuers überrascht worden. Der größte Waldbrand in Kalifornien hatte sich am Wochenende deutlich ausgebreitet. Mehr als 38.000 Menschen mussten nach Behördenangaben ihre Häuser verlassen. In Redding hatte der Wind plötzlich gedreht und das Feuer in die Richtung des Grundstücks getrieben - genau in Richtung der nichts ahnenden Uroma und ihren beiden Urenkerln. Nachbarn konnten noch mit Autos fliehen, die Kinder und ihre Uroma hatten hingegen keine Chance.

Ed Bledsoe, der Urgroßvater von James und Emily, schilderte jetzt gegenüber CNN, wie er innerhalb weniger Minuten drei seiner Liebsten verlor. Er war gerade auf dem Weg zum Arzt, als ihn Melody anrief. Sie könne das Feuer von ihrem Haus aus sehen, erinnert sich der 76-Jährigen an das letzte Telefonat mit seiner Frau.

Die Nachricht traf den Mann wie aus heiterem Himmel, denn er habe keine Ahnung gehabt, dass auch das Gebiet um sein Haus in Gefahr war, ein Raub der Flammen zu werden. Eine Warnung der Behörden habe es nicht gegeben, so der 76-Jährige im Gespräch mit dem Sender CBS. „Dann hätte ich meine Familie niemals allein in dem Haus gelassen“, beteuert der Mann unter Tränen.

„James hat gesprochen, bis er starb“
Ed reagierte umgehend und machte sich mit seinem Wagen auf den Weg nach Hause. Die Flammen und die damit zusammenhängenden Straßensperren machten es ihm aber unmöglich, schnell zu seinem Haus durchzudringen. Auch den Einsatzkräften war der Weg versperrt. Ein letzter Trost: Zumindest per Telefon erreichte Bledsoe seine Familie noch ein letztes Mal. „Das Feuer kommt durch die Hintertür. Opa, komm!“, erinnert er sich an die Hilferufe des kleinen James.

Immer wieder habe der Bub gefleht: „Komm und hol uns!“ Er habe gesprochen, "bis er starb", so der 76-Jährige unter Tränen. Feuerwehrleute fanden später in den Trümmern die drei Leichen. „Ich wäre lieber reingegangen und zusammen mit ihnen gestorben“, weint Ed Bledsoe um seine Liebsten.

Das sogenannte Carr-Feuer, das Teile der Ortschaft Redding zerstört hatte, soll jetzt zu 20 Prozent eingedämmt sein, wie die Behörden am Dienstag mitteilten. Der vor einer Woche ausgebrochene Brand zerstörte bisher knapp 42.000 Hektar Land. Wie CNN meldete, waren die örtlichen Behörden noch immer auf der Suche nach 19 als vermisst gemeldeten Menschen. 29 Vermisste seien wohlbehalten gefunden worden, so der Sheriff von Shasta County.

Feuerwehrmann: „Mehr Zerstörung und größere Feuer“
Vor den Flammen geflüchtete Anrainer durften erstmals in die Brandgebiete zurückkehren. Viele fanden allerdings nur noch verkohlte Reste ihrer Häuser vor. Das Feuer, das in den vergangenen Tagen insgesamt sechs Menschen das Leben kostete, hat mehr als 960 Gebäude zerstört. Der Brand zählt zu den folgenschwersten in der Geschichte des Bundesstaats. „Wir sehen mehr Zerstörung und größere Feuer, die in einem Ausmaß brennen, wie wir es aus der Vergangenheit nicht kennen“, sagte Jonathan Cox von der Feuerwehr Kalifornien zu CNN.

In den kommenden Tagen bleibt die Brandgefahr weiterhin hoch. Meteorologen erwarten hohe Temperaturen, niedrige Feuchtigkeit und stärkeren Wind.

 krone.at
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