Di, 17. Juli 2018

Verbrecher „sammeln“

11.07.2018 13:28

Fahndung nach Kriminellen mit Online-Suchspiel

„Europe’s Most Wanted“ - optisch erinnert es an das beliebte Panini-Sticker-Sammelalbum - der Hintergrund ist allerdings weit ernster. Mit einer neuen Kampagne der Europol und dem Europäischen Zielfahndungsnetzwerk ENFAST soll sich künftig die Chance auf die Festnahme von gesuchten Kriminellen drastisch erhöhen - gestaltet ist sie als eine Art Spiel, das Donnerstagfrüh ab 8 Uhr startet.

Denn ab diesem Zeitpunkt teilen die nationalen Strafverfolgungsbehörden und Europol verschiedene Codes über ihre Social-Media-Kanäle. Mithilfe dieser Codes können Mitspieler dann online die Bilder des kriminellen Panini-Albums aufdecken und sich über die Gesuchten informieren - die „Liga der Kriminellen“ besteht dabei aus insgesamt 25 Verbrechern aus 23 Ländern, darunter auch ein Österreicher - neben dem sich seit 1995 auf der Flucht befindlichen Tibor Foco, der wegen des Mordes an einer Prostituierten in Linz zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, findet sich dort auch Friedrich Felzmann, der Ende Oktober des Vorjahres im Zuge eines Streits in Stiwoll zwei seiner Nachbarn erschoss und seither spurlos verschwunden ist.

Je mehr Menschen, desto größer Festnahme-Chance
“Eine Ehre, in dieser Liga zu spielen“ sei es nicht, hieß es am Mittwoch von Europol. Mehr als die Hälfte des „Teams“ wird wegen Mordes gesucht, die anderen Personen wegen Drogenhandels, bewaffneter Raubüberfälle, Betrugs oder einer Kombination aus den genannten Vergehen. Alle von ihnen sind auf der „Most Wanted“-Website vertreten, die derzeit mehr als 50 Flüchtige umfasst. „
Je mehr Menschen ihre Gesichter sehen, desto höher sind die Chancen, dass sie festgenommen werden“, begründete die Polizeibehörde die Idee hinter der Kampagne. Die europäischen Bürger sollen so weit wie möglich mit den Gesichtern einiger der meistgesuchten Kriminellen Europas vertraut gemacht werden.

Großer Erfolg bei „Europol-Adventkalender“
Es ist nicht die erste originelle Fahndungskampagne. So konnte bereits im Dezember 2016 mit dem „Europol-Adventkalender“ ein Erfolg erzielt werden: Drei Schwerverbrecher wurden nach der Veröffentlichung von virtuellen Postkarten mit „Urlaubsgrüßen“ geschnappt. Insgesamt seien bisher zumindest 17 Gesuchte der „Most-Wanted“-Liste dank Hinweisen aus der Bevölkerung gefasst worden.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.