Mega-Wettskandal

Elf Spiele in Österreich unter Verdacht

Fußball
20.11.2009 14:31
Vom neuesten Skandal um internationalen Wettbetrug im Fußball ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bochum auch Österreich betroffen. Neben Deutschland, wo Erstligaspiele nicht im Verdacht von Manipulationen stehen, sind in Österreich (elf Spiele), Kroatien, Slowenien, Türkei, Ungarn und Bosnien auch Begegnungen aus den Topligen im Fokus der Ermittler. 17 Verdächtige in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz sind verhaftet worden.

Unter Manipulationsverdacht stehen auch drei Spiele der Champions League, zwölf Spiele der Europa League und ein Qualifikationsspiel zur U21-Europameisterschaft. Die betroffenen Partien wurden namentlich zunächst nicht genannt. Alle verdächtigen Spiele sollen 2009 stattgefunden haben. Nach Angaben der Ermittler (siehe Erklärung im Wortlaut in der Infobox) sollen mindestens 200 Spiele und 200 Personen betroffen sein. Weitere Länder ohne Erstliga-Bezug sind Belgien und die Schweiz.

Vier Hausdurchsuchungen in Österreich
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz bestätigte am Freitag drei Hausdurchsuchungen, aber keine Verhaftungen. Auf Ansuchen der Staatsanwaltschaft Bochum habe es in Österreich vier Hausdurchsuchungen gegeben, so der Sprecher. Die vierte Hausdurchsuchung fand in Niederösterreich statt.

ÖFB darf Akten erst kommende Woche einsehen
Auch die Bundesliga und der ÖFB wussten nichts von möglichen Manipulationen. Es lägen derzeit keine behördlichen Anfragen oder Ergebnisse im Zusammenhang mit möglichen Wett- oder Spielmanipulationen vor, hieß es. Der ÖFB wird allerdings in der kommenden Woche von der UEFA Einsicht in alle Unterlagen bekommen. "Unabhängig davon steht jedoch fest, dass wir Behördenanfragen und Ermittlungen intensiv unterstützen werden, um möglichst rasch Klarheit schaffen zu können", erklärte Bundesliga-Vorstand Georg Pangl.

Die Betrüger sollen Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle bestochen haben, um Spielausgänge zu beeinflussen. Anschließend hätten die Beschuldigten versucht, hohe Geldbeträge bei europäischen und asiatischen Wettanbietern gesetzt zu haben. Der Gewinn soll insgesamt mehrere Millionen Euro betragen.

Hauptverdächtiger kein Unbekannter
Unter den 32 in Deutschland betroffenen Partien sind vier Spiele der 2. Bundesliga, drei der 3. Liga und 18 Regionalliga-Treffen. In unserem Nachbarland wurden bereits am Donnerstag mehrere Personen verhaftet. Der Hauptverdächtige soll aus Berlin stammen und bereits in den Manipulationsskandal um den früheren Schiedsrichter Robert Hoyzer verwickelt gewesen sein.

Hoyzer-Affäre in lebhafter Erinnerung
Anfang 2005 hatte die Hoyzer-Affäre den deutschen Fußball erschüttert. Der Referee hatte in einigen Spielen absichtlich falsch gepfiffen. Nutznießer waren vor allem ein Berliner Wettbüro und er selbst. Hoyzer gestand und wurde zu einer Haftstrafe wegen der Manipulation von Spielen und Beihilfe zum Betrug verurteilt. Die Haftstrafe hat er inzwischen verbüßt. Der Deutsche Fußballbund  sperrte Hoyzer lebenslang.

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(Bild: KMM)



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