Mo, 23. Juli 2018

Polizei-Großeinsatz

05.06.2018 09:24

Putin-Show legt halb Wien für neun Stunden lahm

Wenn Russlands Präsident Wladimir Putin heute zu seinem sechsten Staatsbesuch in Österreich eintrifft, ist der Sicherheitsaufwand natürlich groß. Der etwa neunstündige Besuch in Wien wird für die Bundeshauptstadt ein logistischer Aufwand. Die „Krone“ liefert einen Überblick, was Wien erwartet.

Der Arbeitsbesuch von Wladimir Putin ist der erste des russischen Staatsoberhaupts in einem EU-Staat seit seiner Wiederwahl im März. Er war seither nur in der Türkei. Es ist auch sein erster Besuch im Westen seit der Skripal-Affäre. Die ganze Welt blickt somit am Dienstag nach Wien. Und so wird der Besuch ablaufen:

Um 12.35 Uhr landet die Maschine des russischen Präsidenten am Flughafen Wien-Schwechat. Vom Flugfeld geht es auf direktem Weg in die Wiener Innenstadt, auf der A4 kann es zu kurzfristigen Sperren kommen. Das Flughafenareal wird zusätzlich von Beamten der Spezialeinheit Cobra und Sprengstoff-Spezialisten bewacht.

Gegen 13.30 Uhr wird Putin in der Hofburg mit allen militärischen Ehren empfangen. Anschließend gibt es zunächst ein Vier- bzw. Sechsaugengespräch mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Da wird dann auch Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) dazustoßen. Auch in der Wiener Innenstadt herrscht Alarmstufe Rot für die Sicherheitskräfte. Insgesamt werden mindestens 800 Polizisten aufgeboten.  Zusätzlich stellt das Bundesheer mehrere Hundert Soldaten und 17 Fluggeräte für Sicherungsmaßnahmen zur Verfügung. Doch auch die Russen selbst überlassen nichts dem Zufall: Die gepanzerten Fahrzeuge des Präsidenten landeten bereits am Sonntag mit einer Transportmaschine in Wien.

Nach den Delegationsgesprächen wird der russische Präsident gegen 18 Uhr einen Kranz beim Heldendenkmal der Roten Armee (Bild unten) niederlegen. Parallel dazu werden in der City mehrere Platzverbote verhängt. Die Detailplanung ist noch am Laufen.

Der heimliche Höhepunkt: Putin eröffnet um 19.35 Uhr im Kunsthistorischen Museum eine Ausstellung von 14 Meisterwerken aus der St. Petersburger Eremitage. Gezeigt werden unter anderem Gemälde von Botticelli, Tintoretto, Rembrandt und van Dyck aus der Sammlung von Katharina der Großen.

Planmäßig sollte der russische Präsident um 22 Uhr den Rückflug nach Moskau antreten. Auf der A4 in Richtung Ungarn kann es wieder zu Sperren kommen.

Kronen Zeitung

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