Pacults Ansicht nach hätte es wegen der Europa-League-Strapazen genügt, die Kicker am Sonntag, den 15. November, einrücken zu lassen, anstatt "sie acht Tage lang einzusperren". Constantini hatte von Pacult schon vor einer Woche wegen der Nominierung Christopher Drazans sein Fett abbekommen: "Manche Junge müssen nur zweimal mit dem Hintern wackeln und kommen ins Team."
Vonseiten des ÖFB verwies man auf eine Sitzung des Teamchefs am 11. Oktober in Innsbruck. In dieser habe Constantini mit den Bundesliga-Coaches seinen Fahrplan vor dem Testspiel gegen Spanien abgeglichen. Die Dauer des ÖFB-Camps sei dort ebenfalls behandelt worden.
Stranzl begehrt auf
Auch Martin Stranzl hat Teamchef Dietmar Constantini aufgrund dessen Personalpolitik heftig kritisiert. Der Legionär von Spartak Moskau, der vom Tiroler ebenso wie Andreas Ivanschitz nicht für das Spanien-Länderspiel einberufen worden war, warf dem Nationaltrainer unter anderem vor, bei der Kadernominierung mit zweierlei Maß zu messen, und würde sich mehr Aufrichtigkeit wünschen. Die von Constantini oft beschworene Linie ist für Stranzl nicht erkennbar. "Eine Linie hat er eigentlich nur bei Andi Ivanschitz und mir. Ansonsten frage ich mich schon, nach welchen Kriterien der Kader zusammengestellt wird."
Während der Teamchef für das Spanien-Match den in den vergangenen Wochen auf die Tribüne verbannten Erwin Hoffer einberief, verzichtete er neben DFL-Topscorer Ivanschitz auch auf Stranzl, obwohl der 29-Jährige beim aktuellen Zweiten der russischen Liga einen Stammplatz hat. "Eigentlich hat es geheißen, dass er nur Spieler holt, die auch bei ihrem Verein zum Einsatz kommen. Jetzt aber sind auch solche dabei, die überhaupt nicht spielen", wunderte sich der Innenverteidiger.
"Werde nicht gebraucht und nicht gewollt"
Stranzl wurde in dieser Woche von Constantini über seine Nicht-Berücksichtigung informiert. "Er hat mich angerufen und mir gesagt, dass er mich nicht dazunehmen kann, weil er keinen anderen weglassen will." Daraus zog der Innenverteidiger den Umkehrschluss: "Ich sehe das so, dass ich nicht gebraucht und gewollt werde. Er soll mir das direkt sagen. Dann ist der Kas' gegessen und ich kann mich mehr auf meine Familie und meinen Verein konzentrieren."
Dadurch würde sich Constantini laut Stranzl auch einige öffentliche Diskussionen ersparen. "Er sollte so ehrlich sein und sagen, dass er mit anderen Spielern plant. Dann gibt es nicht vor jedem Spiel ein Theater", meinte der Burgenländer auch mit Blick auf Ivanschitz. "Ich habe immer ehrlich meine Meinung gesagt und würde mir auch einen dementsprechenden Umgang mir gegenüber wünschen."
Öffentlicher Rüffel
Stranzl wurde im ersten Constantini-Match am 1. April wegen mangelnder Spielpraxis aussortiert. Beim 0:1 im Juni in Serbien war er wieder mit von der Partie, dann sagte er für das August-Match gegen Kamerun wegen einer Blessur ab und wurde dafür von Constantini öffentlich gerüffelt. "Dabei war das mit ihm so abgesprochen", sagte der Abwehrspieler, der die September- und Oktober-Spiele in der WM-Qualifikation wegen einer Knieverletzung versäumte.








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