So, 22. Juli 2018

Waffen im Überblick

14.04.2018 16:08

So lief der „perfekte“ Luftschlag auf Syrien ab

„Syriens Chemiewaffen-Arsenal zum großen Teil zerstört“: Mit diesen Worten wurde der brisante Militärschlag auf Syrien am Samstag als Erfolg vermeldet. Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten in der Nacht Ziele in Syrien angegriffen. Sie reagierten damit auf einen mutmaßlichen Giftgaseinsatz in der Stadt Duma. Nur 70 Minuten dauerte die westliche Angriffswelle, bei der drei Ziele ins Visier genommen wurden. krone.at hat sich angesehen, welche Waffensysteme bei dem Angriff zum Einsatz kamen.

Die Raketen waren auf sorgfältig ausgewählte Ziele abgefeuert worden - drei Anlagen in der syrischen Hauptstadt Damaskus und nahe der Stadt Homs, die als Forschungs-, Produktions- und Lagerstätten für Chemiewaffen gedient haben sollen. US-Präsident Donald Trump bewertete die Angriffe als Erfolg, es habe sich um einen „perfekt durchgeführten Luftschlag“ gehandelt.

Syrien sprach von 110 abgeschossenen Raketen, von denen die meisten abgefangen worden seien. Die USA meldeten den Abschuss von mehr als doppelt so vielen Marschflugkörpern wie im Vorjahr, als 58 abgefeuert worden waren. Anders als ballistische Raketen sind die Marschflugkörper mit eigenem Antrieb unterwegs.

Die Cruise Missiles treffen ein zuvor programmiertes Ziel automatisch.

Gängiges Modell des US-Militärs ist der auf Schiffen stationierte „Tomahawk“, der auch im Golfkrieg 1991 und 2003 im Irak zum Einsatz kam. Reichweite: bis zu 2500 Kilometer.

Briten und Franzosen setzen auf ein gemeinsam entwickeltes Modell mit Namen „Storm Shadow“ oder „Scalp“. Es kann von Kampfjets wie dem Tornado oder der französischen Rafale abgefeuert werden.

Weitere Marschflugkörper feuerten die USA nach eigenen Angaben von vierstrahligen B-1-Bombern ab. Großbritannien war mit mehreren Tornados am Militärschlag beteiligt, der Kampfjet ist seit 1981 auch bei der deutschen Bundeswehr im Einsatz.

Die Franzosen setzten insgesamt neun Jagdbomber vom Typ Rafale und Mirage sowie Luftaufklärer und Tankflugzeuge ein.

Mindestens ein im Roten Meer stationiertes Kriegsschiff der US-Marine war nach Medienberichten an den Luftschlägen beteiligt, die Zerstörer können Dutzende Cruise Missiles transportieren.

Von Fregatten der Baureihe FREMM (frégate multi-mission) aus lenkte die französische Marine indes weitere Marschflugkörper ins Ziel. Nach Angaben aus Paris können die für den Einsatz auf See entwickelten Raketen Hunderte Kilometer zurücklegen, ihre genaue Reichweite ist geheim.

Französische Diplomaten sprachen von einer komplexen Operation. Sie habe eine intensive Koordination verlangt, denn die Geschosse seien von verschiedenen Standorten abgefeuert worden. Die französischen Streitkräfte feuerten demnach zwölf Marschflugkörper auf zwei Ziele in Homs. Dabei habe es sich um eine Lager- und Produktionsstätte gehandelt.

Nach Angaben aus Paris waren die Angriffe der USA, Frankreichs und Großbritanniens in schneller und enger Zusammenarbeit beschlossen worden. Man sei sich sehr schnell über die Ziele einig gewesen, hieß es am Samstag von Diplomaten. Man habe sich auf Lager- und Produktionsstätten chemischer Waffen konzentriert, andere Ziele wie Flughäfen habe man nicht in Erwägung gezogen. 

Nach US-Angaben waren die Ziele, die ins Visier genommen wurden, ein Forschungszentrum bei Damaskus, eine mutmaßliche Lagerstätte für chemische Waffen sowie eine Kommandoeinrichtung bei Homs.

 krone.at
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