Di, 14. August 2018

AK schlägt Alarm:

09.04.2018 13:27

Fast die Hälfte der Kellner will weg!

Unregelmäßige Arbeitszeiten, gesundheitliche Belastungen, schlechte Bezahlung und die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf - die neueste Auswertung des Österreichischen Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer Oberösterreich bringt alarmierende Zahlen für die Gastronomie: Fast die Hälfte der Kellner will weg!

„Die Probleme in der Gastronomie sind hausgemacht. Statt über einen Mangel an qualifiziertem Personal zu jammern, sollen die Wirte und Hoteliers lieber vor der eigenen Türe kehren, ihre Beschäftigten ordentlich behandeln und die Lehrausbildung wieder forcieren“, fordert AK-OÖ-Präsident Johann Kalliauer.

Zahl der Lehrlinge sinkt kontinuierlich
Rund 216.000 Menschen arbeiteten 2016 in Österreich im Beherbergungs- und Gastronomiesektor, ein Viertel von ihnen geringfügig und mehr als 40 Prozent in Teilzeit. Die Zahl der Lehrlinge in der Sparte sinkt kontinuierlich: von 16.232 im Jahr 1980 auf 8905 im Jahr 2017. Die neueste Studie im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich zeigte folgenden Probleme auf: 

  • Fast ein Viertel der Arbeitnehmer in der Gastronomie fühlt sich stark durch ständigen Arbeitsdruck ohne Verschnaufpausen und durch permanenten Zeitdruck belastet.
  • Für die überwiegende Mehrheit der Gastro-Beschäftigten gehört Wochenendarbeit zur Normalität, ein Viertel muss auch häufig nachts arbeiten. Darunter leidet die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Privatleben. Nur 68 Prozent bezeichnen diese als gut, unter sonstigen Beschäftigten sind es 81 Prozent.
  • Rund ein Viertel kämpft sich mit unregelmäßigem Einkommen durch. Nur 38 Prozent können gut von ihrem Lohn leben. Fast ein Drittel ist mit der sozialen Absicherung unzufrieden.
  • 46 Prozent der Kellner wollen weg -  entweder in einen anderen Job oder den Arbeitgeber wechseln.

AK: Probleme der Wirte zumeist hausgemacht
„Wenn Wirte oder Hoteliers über Personalmangel und fehlende Fachkräfte klagen, sollten sie sich besser an der eigenen Nase nehmen. Denn ihre Probleme sind zumeist hausgemacht. Belastende Arbeitsbedingungen, überlange Arbeitszeiten und schlechte Entlohnung stellen kaum Anreize dar, im Gastgewerbe zu bleiben oder eine Beschäftigung im Gastronomiebereich aufzunehmen“, sagt Kalliauer.

Der Österreichische Arbeitsklima-Index misst und beschreibt seit 21 Jahren vierteljährlich die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen aus Sicht der Arbeitnehmer. Alle Infos zum Index, der von SORA und IFES im Auftrag der AK Oberösterreich erhoben wird, finden Sie unter ooe.arbeiterkammer.at/arbeitsklima.

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