Mo, 20. August 2018

Tote und Verletzte

06.04.2018 16:42

Gaza: „Rauchwand“ gegen Israels Scharfschützen

Der vor einer Woche von palästinensischen Demonstranten begonnene „Marsch der Rückkehr“ im Gazastreifen ist am Freitag erneut eskaliert. Sieben Menschen wurden getötet und 1070 weitere verletzt. Tausende Palästinenser haben nahe der Grenze zu Israel Autoreifen verbrannt und dadurch eine „Rauchwand“ gegen Scharfschützen aufgestellt. Israels Armee erklärte die Region zum militärischem Sperrgebiet. Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hatte vor einer Woche die Protestwelle anlässlich des 70. Jahrestags der Gründung Israels gestartet. Beim schlimmsten Ausbruch der Gewalt seit 2014 sind nun schon 28 Palästinenser ums Leben gekommen.

Rund 10.000 Palästinenser seien an fünf Stellen entlang der Grenze an Ausschreitungen beteiligt, teilte die israelische Armee am Freitag mit. Die Truppen setzten Mittel zur Bekämpfung von Unruhen ein, hieß es in der Mitteilung. Schüsse würden gemäß klarer Einsatzregeln abgefeuert. Israels Militär werde „keinerlei Verletzung der Sicherheitsanlage und des Grenzzauns erlauben“ und zum Schutz israelischer Zivilisten gegen Angreifer vorgehen.

Zahlreiche Menschen mit Schussverletzungen
Etwa ein Drittel der Verletzten erlitt den Angaben zufolge Schussverletzungen, viele andere klagten über Beschwerden nach dem Einsatz von Tränengas. Auch palästinensische Journalisten sollen unter den Verletzten sein.

Armee warnt vor Anschlägen im Schutz der Rauchschwaden
Israels Armee wirft der im Gazastreifen herrschenden Hamas vor, sie wolle im Schutz der Rauchschwaden Anschläge an der Grenze verüben. Zudem wurde vor schweren Umwelt- und Gesundheitsschäden durch das Verbrennen von Autoreifen gewarnt.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres zeigte sich besorgt und rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) beklagte die hohen Opferzahlen. Mehr als 2500 Palästinenser sind demnach seit Karfreitag verletzt worden. „Wir erkennen Israels Sicherheitsbedenken an, dennoch darf tödliche Gewalt nur als letztes Mittel eingesetzt werden, wenn es sich nicht vermeiden lässt, um Leben zu schützen“, hieß es in der Mitteilung des IKRK.

Palästinenser pochen auf „Recht auf Rückkehr“
Mit der jüngsten Protestwelle wollen die Palästinenser auf ihr „Recht auf eine Rückkehr“ in die von Israel besetzten Gebiete aufmerksam machen. Im Gründungsjahr Israels 1948 wurden Hunderttausende Menschen vertrieben. Israel lehnt eine Rückkehr ab. Die Hamas wird von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft. Sie bestreitet das Existenzrecht Israels und fordert die gewaltsame Errichtung eines islamischen Palästina vom Mittelmeer bis zum Fluss Jordan.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.