Republik geprellt

48 Mio. Euro Strafe für China-Mafia-Schmuggler

Wien
28.10.2009 15:31
Ein "China-Mafia"-Prozess vor dem Wiener Straflandesgericht hat mit einem rechtskräftigen Schuldspruch geendet. Der 34-jährige Angeklagte wurde wegen Schmuggels zu zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe verurteilt. Die Höhe der Buße: stolze 48 Millionen Euro.

Allerdings geht es auch um hohe Summen, um die der Verurteilte die Republik Österreich geprellt hat. Der Chinese hat für die China-Mafia den Schmuggel von Textilien, Spielwaren und anderen Billigartikeln in den EU-Raum organisiert. Der Schaden für die Steuerkasse des Staates: 9,4 Millionen Euro an Zollgebühren und 17,9 Millionen Euro an Einfuhrumsatzsteuer. Im Dezember des Vorjahres klickten schließlich die Handschellen.

Raus aus den Schulden
Sein Restaurant sei pleite gewesen, erklärte der Angeklagte seinen Weg in die Kriminalität. Daher habe er sich im September 2007 in den Schmuggel verwickeln lassen. Das Vorgehen war stets dasselbe: Aus China wurden die Container mit der Schmuggelware nach Italien verschifft und von dort nach Österreich gebracht. Hier kam der Angeklagte ins Spiel und reichte beim Zoll gefälschte Unterlagen ein.

Dadurch ersparte sich die Mafia einen Großteil der Abgaben, da beispielsweise auf chinesische Textilien in Österreich hohe Zollabgaben von zwölf Prozent erhoben werden. Um die Dokumente und Container zu fälschen, beschäftigte der Chinese eine eigene Fälscherwerkstatt mit dem Namen "Fantasy 8". Den vier Mitarbeitern des Verurteilten wird ebenfalls der Prozess gemacht.

Die Verteidigung des Chinesen: Er habe nicht in die Container gesehen und daher nicht gewusst, in welchem Ausmaß die Zollbehörde getäuscht worden sei. Außerdem werde dieses "Geschäftsmodell schon sehr lange praktiziert."

Kritik am Zoll
Aber die Schmuggelaffäre könnte noch weitere Kreise ziehen. Denn auch österreichische Zollbeamte gerieten ins Visier der Ermittler. "Diese Geschichte wirft kein gutes Licht auf die Zollbehörden", meinte die Staatsanwaltschaft. Denn einigen Zöllnern dürfte durchaus bewusst gewesen sein, dass die Lieferungen nicht in Ordnung waren. Für sie dürfte es bald ein gerichtliches Nachspiel geben.

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