Für EU-Beitritt

Mazedonien ändert 2010 seinen Staatsnamen

Ausland
22.10.2009 16:27
Die ehemalige jugoslawische Teilrepublik Mazedonien dürfte ihren Staatsnamen im kommenden Jahr ändern. Dadurch soll eine Blockade der EU-Beitrittsverhandlungen durch Griechenland verhindert werden. Zwischen den beiden Ländern tobt seit Jahren ein Namensstreit, da es in Griechenland eine gleichlautende Region gibt. Das EU-Mitglied fürchtet deswegen, dass das Nachbarland Gebietsansprüche stellen könnte.

Die Pläne zur Namensänderung machte der private mazedonische TV-Sender "A-12" publik. Er berichtete unter Berufung auf Diplomatenkreise am Donnerstag in Skopje. Wie die neue Bezeichnung für das Land lauten könnte, wurde unterdessen nicht bekannt.

Namensstreit tobt seit Anfang der 90er-Jahre
Der Namensstreit ist seit Anfang der 1990er-Jahre ungelöst. Nach der Auflösung Jugoslawiens gab sich die frühere Teilrepublik den Namen "Republik Mazedonien". Griechenland fürchtet seitdem, dass der Nachbarstaat daraus Gebietsansprüche gegen die eigene Region gleichen Namens ableiten könne. Deswegen droht Griechenland damit, die Aufnahme des Landes in die EU zu blockieren.

In die UNO wurde Mazedonien unter dem vorläufigen Namen "Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien" (FYROM) aufgenommen, ist aber nach Angaben der Behörden in Skopje bereits von 125 Staaten unter seinem Verfassungsnamen anerkannt. Griechenland beansprucht das kulturelle Erbe des antiken Makedonien, dem Ursprung Alexanders des Großen und somit der Wiege des Hellenismus, für sich.

EU-Kommission gibt Grünes Licht für Beitrittsgespräche
Die EU-Kommission hatte vorige Woche in ihrem Fortschrittsbericht für den Westbalkan und die Türkei die Aufnahme der Beitrittsgespräche mit dem Kandidatenland Mazedonien empfohlen (siehe Infobox). Der EU-Ministerrat dürfte mazedonischen Medien zufolge im Dezember über den Termin dafür entscheiden. In Skopje gehe man davon aus, dass die Beitrittsgespräche im Mai 2010 beginnen könnten. Dies würde den Behörden in Skopje genügend Zeit bieten, um die heimische Öffentlichkeit auf die Zugeständnisse im langjährigen Namensstreit mit Griechenland vorzubereiten, berichtete der TV-Sender.

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