Mo, 25. Juni 2018

Verletzter Fahrgast

23.03.2018 06:35

Polizei ermittelt gegen würgende Tram-Kontrolleure

Kontrolleure einer Linzer Straßenbahn haben für einen Eklat gesorgt. Das Video dazu schlug hohe Wellen. Was war passiert? Ein Tiroler war am Mittwochabend im Zuge einer Fahrscheinkontrolle gewürgt, an die Wand gedrängt und brutal zu Boden gerissen worden. Grund: Der 41-Jährige fuhr fünf statt erlaubter vier Stationen, galt mit dem falschen Ticket als Schwarzfahrer. Es wird lückenlose Aufklärung gefordert - die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung.

Ein verletztes Knie und ein lädierter Finger, ein Bluterguss und Schmerzen beim Drehen des Kopfes: Das beklagt Christian L. nach dem brutalen Vorgehen der Linzer Straßenbahn-Kontrolleure, die auf den Tiroler wegen eines falschen Tickets losgingen. „Ich wurde am Hals gepackt und mir blieb die Luft weg. So ein Vorgehen ist in keiner Weise zu akzeptieren“, meinte der Tiroler im Gespräch mit der „Krone“. Nachsatz: „Zum Glück haben einige Passanten helfend eingegriffen.“

„Mitarbeiter haben in solchen Fällen ein Anhalterecht“
„Zugegeben, das Video schaut auf den ersten Blick wild aus. Wir werden intern diesen Vorfall genau aufarbeiten. Parallel dazu wird ja auch von den Behörden ermittelt. Da es sich um ein schwebendes Verfahren handelt, darf ich dazu nichts sagen“, erklärt Peter Maier, Prokurist der Securitas - also jener Firma, die die Kontrollen in den Straßenbahnen der Linz AG Linien durchführt. Was er betont: „Laut einem OGH-Urteil aus dem Jahr 2007 haben unsere Mitarbeiter in solchen Fällen ein Anhalterecht.“

Attacke in der Altstadt
Christian L. hatte, wie ausführlich berichtet, eine Mini-Karte für die Linz AG-Linien gelöst – fuhr jedoch fünf statt der erlaubten vier Stationen. Beim Aussteigen am Hauptplatz in Linz wurde L. kontrolliert und soll mit „A****loch“ beschimpft worden sein. Daraufhin ging er in Richtung Altstadt, wo die Situation mit einer Attacke auf ihn eskalierte und für den Innsbrucker im Krankenhaus endete. Der Vorfall wurde auf Video festgehalten.

„Fordern lückenlose Aufklärung“
Auch vonseiten der Linz AG Linien wird eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls gefordert. „Wir arbeiten gemeinsam mit der Securitas daran, interne Recherchen inklusive Befragung der involvierten Mitarbeiter sind im Gange. Die Sicherheit der Fahrgäste hat für uns einen hohen Stellenwert“, betont Pressesprecherin Susanne Gillhofer.

Anzeige, Polizei ermittelt
Christian L. hat bei der Polizei Anzeige erstattet. Die Behörden ermitteln nun wegen des Verdachts der Körperverletzung. Die Kontrolleure sollen in den nächsten Tagen einvernommen werden.

Andi Schwantner, Kronen Zeitung

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