Der freiheitliche Verkehrslandesrat Günther Steinkellner will die lang geplante Linzer Osttangente auf den Weg bringen. Der nächste Schritt auf dem Weg zur Realisierung ist die strategische Prüfung durch das Bundesministerium. In Linz stößt das Projekt bei den anderen Parteien weiterhin auf nur wenig Gegenliebe.
„Krone“-Leser kennen die einst favorisierte und 2019 endgültig von FP-Verkehrslandesrat Günther Steinkellner fixierte Trasse der geplanten Osttangente: Die 13,5 Kilometer lange Umfahrung soll von Treffling teils unterirdisch nach Steyregg führen und die Donau überqueren. Weiter geht’s entlang des Traunspitzes über Voest-Gelände und den Schiltenberg nach Ebelsberg, wo ein Tunnel sowie eine Unterflurtrasse errichtet werden sollen. Beim Knoten Ebelsberg würde die vierspurige Autobahn dann an die A 1 angeschlossen.
Man muss die Zukunft im Blick haben. Denn nur durch vorausschauende Entscheidungen können wir die Lebensqualität in Linz bewahren und so eine Infrastruktur schaffen, die Wege für kommende Generationen öffnet.
Günther Steinkellner, FP-Verkehrslandesrat
Nach der Wahl 2021 war es seit gut drei Jahren relativ ruhig um das einst mit rund 750 Millionen Euro kalkulierte Megaprojekt geworden. Doch gestern – möglicherweise wegen der anstehenden Bürgermeisterwahl – machte es Steinkellner zusammen mit dem Linzer FP-Chef Michael Raml wieder einmal zum Thema.
Verkehrliche Maßnahmen sind unverzichtbar, um die Mobilität in Linz zu verbessern. Gleichzeitig muss aber sichergestellt werden, dass der Schwerverkehr nicht durch Linz führt, um die Lebensqualität der Bewohner zu wahren.
Dietmar Prammer, geschäftsführender SP-Stadtvize
Umfahrung wie Herz-Kreislauf-System
Er verglich den Bedarf für die Ostumfahrung mit dem Herz-Kreislauf-System des menschlichen Körpers. Linz, das industrielle und wirtschaftliche Herz von Oberösterreich, sei auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen und laufe Gefahr, an einem zukünftigen Verkehrsinfarkt zu erkranken. Die A 7, die mitten durch die Stadt verläuft, würde der wichtigsten Hauptschlagader gleichen, welche Gefahr laufe, durch das zukünftige Verkehrsaufkommen zu verstopfen. Um den Verkehrsinfarkt zu stoppen, bräuchte es die Umfahrung als Bypass-Lösung.
Unbestritten ist, dass Linz in puncto Verkehr entlastet werden muss. Doch das muss weiter östlich passieren – für eine echte Entlastung der Linzer Innenstadt braucht es Park-&-Ride-Anlagen entlang der West- und Mühlkreisbahn.
Martin Hajart, Linzer VP-Stadtvize und Mobilitätsreferent
Projekt laut Grünen „sinnlos“
Ein Ansatz, mit dem SP, VP und Grüne wie schon 2021, als man sich in einem gemeinsamen Gemeinderatsantrag gegen die Transitautobahn entschied, so gar nichts anfangen können. Wenngleich sich SP und VP in erster Linie an der geplanten Trasse stoßen, hat sich für Klimastadträtin Eva Schobesberger nichts geändert an der laut ihr „Sinnlosigkeit“ des Projekts: „Keine Stadt und keine Gemeinde will noch mehr Lärm und Abgase vor der eigenen Haustür.“ Auch in Steyregg und Engerwitzdorf hatte man sich ja gegen die Umfahrung positioniert.
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