Wildgefahr

Autofahrer töteten im letzten Jahr 37.000 Rehe

Österreich
21.10.2009 15:01
37.000 Rehe verendeten im vergangenen Jagdjahr von April 2008 bis Ende März 2009 auf Österreichs Straßen durch Kollisionen mit Fahrzeugen. Der ÖAMTC mahnte am Mittwoch alle Autofahrer zu erhöhter Vorsicht, weil gerade jetzt wegen der früheren Dämmerung die Wildgefahr wieder besonders groß ist. Der Autofahrerclub erinnert überdies die Lenker an die Meldepflicht bei Wildunfällen, da sonst bis zu 2.180 Euro Strafe drohen.

Der österreichische Jagdverband, der letztes Jahr insgesamt 300.000 kontrollierte Abschüsse bei Reh- und Hirschwild durch Österreichs Waidmänner registrierte, geht von einer hohen Dunkelziffer bei den durch Autounfälle zu Tode gekommenen Tieren aus. Die offizielle Zahl von 36.943 Tieren in der vergangene Saison seit mit den nicht gemeldeten Unfällen wahrscheinlich doppelt so hoch.

Jagdverbandssprecher Hans-Friedmann Zedka erklärt gegenüber krone.at: "Es passiert sehr oft, dass Stücke nur angefahren werden und keine Polizeimeldung gemacht wird, weil die Versicherung den Schaden zahlt. Nicht jeder Unfall mit einem Reh ist außerdem eine Frontalkollision. Da kann es auch sein, dass Autofahrer gar nicht erkennen, dass es ein Reh war - es hat halt 'bumm' gemacht. Der Jäger entdeckt dann Tage später das verendete Tier im Wald."

Die meisten Unfälle mit toten Rehen gab es laut ÖAMTC bzw. Statistik Austria in Niederösterreich (14.767), Oberösterreich (7.401) und der Steiermark (7.075). Die wenigsten Fälle waren 2008/2009 in Vorarlberg (131) und Wien (81) zu verzeichnen.

"Ein Reh kommt selten allein"
Gerade in der Dämmerung sei die Gefahr groß, dass plötzlich ein Reh auf die Straße springt, warnt der ÖAMTC. Vor allem in Walddurchfahrten oder entlang von Feldern mit hohem Bewuchs muss man mit vierbeinigen Verkehrsteilnehmern rechnen. Hat bereits ein Bambi die Straße gekreuzt, sollte man sich trotzdem nicht in Sicherheit wiegen, denn es gilt der Grundsatz: "Ein Reh kommt selten allein." Experten empfehlen daher, auf gefährdeten Strecken grundsätzlich die Geschwindigkeit zu verringern und bremsbereit zu sein. Hupen kann das Fluchtverhalten der Tiere unterstützen.

Wie gefährlich eine Begegnung mit einem Rehwild für den Autofahrer ist, hängt in erster Linie von der Geschwindigkeit ab. "Eine Kollision mit einem 25 Kilo schweren Reh bei 50 km/h ist so, als würden 500 Kilo gegen das Auto drücken. Fährt man mit 100 km/h vervierfacht sich das Gewicht auf zwei Tonnen", erklärte ÖAMTC-Techniker Herbert Breitenfellner die Gefahr.

Hohe Strafen bei Fahrerflucht - wer Tiere mitnimmt, wildert
Ist der Unfall einmal passiert, muss er sofort der Exekutive oder einem Jäger gemeldet werden. Wer das nicht tue, mache sich der Fahrerflucht schuldig, warnt ÖAMTC-Juristin Silvia Winklhamer. Bei einer Anzeige müsse man mit einer Strafe bis 2.180 Euro rechnen. Wer das Wild nach dem Unfall mitnimmt, erfülle sogar den Tatbestand der Wilderei, so Winklhamer.

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