19.10.2009 21:06 |

Verseuchtes Obst

Türkische Birnen mit verbotenem Insektizid belastet

Das baden-württembergische Verbraucherschutzministerium hat am Montag vor dem Verzehr von Birnen aus der Türkei gewarnt. In den Früchten sei das in der Europäischen Union verbotene Pflanzenschutzmittel Amitraz in einer gefährlichen Konzentration entdeckt worden, teilte man am Montag in Stuttgart mit. Alle Proben waren demnach mit Rückständen erheblich über dem Grenzwert belastet.

Auch in Österreich ist das Problem mit türkischen Birnen bekannt, hieß es bei der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Nachdem 2008 bei Schwerpunkt-Untersuchungen zwölf Proben genommen und in allen Amitraz gefunden wurde, dürften türkische Birnen allerdings so ziemlich vom Markt verschwunden sein. In Westösterreich hätten die Lebensmittelkontrolleure heuer gar keine Früchte mehr aus dem Staat im Verkauf gefunden, so AGES-Sprecherin Elisabeth Publig.

In Österreich ziemlich vom Markt verschwunden
Bei den österreichischen Tests 2008 war in zehn von zwölf Proben die gesetzlich erlaubte Höchstmenge überschritten. In ebenso vielen Birnen war mehr Amitraz enthalten, wie der Referenzwert der Weltgesundheitsorganisation WHO für den menschlichen Verzehr erlaubt. Dieser liegt laut Publig bei 0,01 Milligramm pro Kilo Körpergewicht. Sechs Proben waren gesundheitsgefährdend, vier für den menschlichen Verzehr ungeeignet.

Deutschland warnt vor dem Verzehr
In Deutschland wurden laut Verbraucherschutzminister Peter Hauk 2009 in allen acht gezogenen türkischen Proben Amitraz-Rückstände festgestellt. "Angesichts der Befunde muss derzeit vor dem Verzehr von Birnen mit Herkunft Türkei gewarnt werden", so Hauk. Eine Gesundheitsgefährdung von Kleinkindern sei möglich. Eine Vergiftung könne zu Schläfrigkeit, Desorientiertheit, Sprachstörungen sowie einer Absenkung von Pulsfrequenz und Blutdruck führen.

Amitraz seit 2008 in EU verboten
Der Wirkstoff Amitraz wirkt gegen Insekten und Spinnentiere wie Birnenblattsauger. Er darf laut AGES wegen seiner hohen Toxizität seit 2008 nicht mehr im EU-Raum verwendet werden.

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