Fr, 20. Juli 2018

Murfeld stimmt ab

06.03.2018 16:51

Vor Volksbefragung gehen Leibnitzer in Offensive

Eine kleine Gemeinde schlägt derzeit hohe Wellen: Am Sonntag stimmen die Bewohner von Murfeld darüber ab, ob sie mit Nachbarkommunen fusionieren und damit auch vom Bezirk Südoststeiermark in Richtung Leibnitz wechseln sollen. Die dortigen Bürgermeister sandten am Dienstag ein eindeutiges Signal aus: „Die Murfelder sind bei uns herzlich willkommen!“

Da ist die Partei nicht geschlossen: Während die ÖVP-Spitze in der Südoststeiermark die Murfelder im Bezirk behalten will, sprechen die Leibnitzer eine klare Einladung an die gut 1200 Wahlberechtigten aus, die am Sonntag zur Volksbefragung eingeladen sind. Der Ortsteil Seibersdorf will ja schon länger zu St. Veit in der Südsteiermark, die restlichen vier Katastralgemeinden könnten bei Straß andocken (und diese Gemeinde damit flächenmäßig beinahe verdoppeln). Aber auch ein Wechsel des Ortsteils Weitersfeld nach Mureck ist nicht ausgeschlossen. Abgefragt wird am Sonntag nur die grundsätzliche Bereitschaft für eine Fusion.

Ob Arbeitsplätze, Einkaufen, Schulen oder Pfarre: „Die Lebenswelt der Murfelder geht in Richtung Leibnitz“, sagt St. Veits Bürgermeister Gerhard Rohrer. Bereits vor der großen Gemeindereform 2015 war ein Wechsel von Murfeld Thema, wurde damals aber von der Landespolitik unterbunden. Doch der Plan wurde nicht ad acta gelegt. Seit mehr als einem Jahr arbeiten die betroffenen Gemeinden gemeinsam an einer Fusion, es gab auch schon eine große Bürgerversammlung in Murfeld.

„Wir haben dort offen über die Erfolge der jüngsten Gemeindereform, aber auch über die Nachteile gesprochen“, sagt der Straßer Ortschef Reinhold Höflechner. So haben man seit der Zusammenlegung schon viel Geld gespart, konnte andererseits aber die Servicestellen in den aufgelassenen Gemeindeämtern nicht aufrechterhalten. Schule und Kindergarten in Murfeld stehen nicht in Frage, ebenso wie das Vereinswesen und die Feuerwehren. Die Gebühren könnten sogar etwas sinken.

„Haben richtig gute Heimat gefunden“
Von positiven Erfahrungen berichtet auch der St. Veiter Vizebürgermeister Georg Pock. Er stammt aus Weinburg, einer ehemaligen südoststeirischen Gemeinde, die schon 2015 mit St. Veit fusionierte. „Für uns war der Wechsel positiv. Wir haben mit St. Veit eine richtig gute Heimat gefunden.“

Für eine Aufnahme von Murfeld warben am Dienstag auch der Bürgermeister von Lang und ÖVP-Bezirksobmann Joachim Schnabel sowie der Leibnitzer SPÖ-Bürgermeister Helmut Leitenberger, der auch einen Wechsel von Mureck in den Bezirk Leibnitz als Vision nannte.

Bürgermeister hoffen auf eindeutiges Signal
Die Volksbefragung am Sonntag, die von einer Bürgerinitiative erzwungen wurde, ist zwar nicht bindend, für die Lokalpolitik aber richtungsweisend. So wünscht sich Höflechner ein eindeutiges Votum in Richtung Zwei-Drittel-Mehrheit. Bei einem knappen Ergebnis würde er von der Fusion Abstand nehmen. Rohrer sieht das nicht so – in Seibersdorf ist aber ohnehin mit einer überwältigenden Zustimmung zum Bezirkswechsel zu rechnen. Sollte ein klares Ja kommen, folgen jedenfalls die notwendigen Gemeinderatsbeschlüsse und Murfeld würde sich Anfang 2020 auflösen. Mit dem Land Steiermark ist dieser Zeitplan bereits abgesprochen.

Jakob Traby
Jakob Traby

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