"Wenige Ausnahmen"

Wiener Linien ließen ihre Mitarbeiter überwachen

Wien
08.10.2009 15:38
Die Wiener Linien haben am Donnerstag nach entsprechenden Vorwürfen der FPÖ bestätigt, dass Mitarbeiter durch externe Detektive überwacht worden sind. Dabei habe es sich jedoch um wenige Fälle gehandelt, sagte ein Sprecher der Wiener Linien, diese Praxis werde nun jedoch nicht mehr angewandt. Die Anschuldigung, wonach Krankendaten - wie etwa Angaben zu Diagnose oder Medikation - an die Personalabteilung weitergeleitet worden seien, wiesen die Verkehrsbetriebe zurück.

"Die Wiener Linien haben in wenigen Ausnahmen Detektive eingesetzt, um Mitarbeiter, bei denen der begründete Verdacht des Krankenstandmissbrauchs gehegt wurde, zu kontrollieren", begründete Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer die Vorgangsweise. Krankenstandmissbrauch sei Betrug am Gemeinwohl und werde auch von den 99,9 Prozent jener Bediensteten, welche zur vollsten Zufriedenheit der Wiener Linien ihren Dienst versehen, nicht toleriert. Bei wie vielen Fällen Detektive eingesetzt wurden, war nicht zu erfahren. Die FPÖ hatte von elf Fällen gesprochen.

Haben Kontrolleure Mitarbeiter belogen?  
Zur Frage, warum zur Überprüfung verdächtiger Personen nicht die Kontrolleure der Betriebskrankenkasse eingesetzt worden seien, wurde nicht Stellung genommen. Ebenfalls in Schweigen hüllten sich die Wiener Linien bezüglich der Anschuldigung, wonach sich interne Revisoren womöglich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Zutritt zu den Wohnräumen von krankgemeldeten Personen verschafft hätten.

Wiener Linien: Datenschutzregeln eingehalten
In Sachen Weitergabe von Krankendaten hieß es: "Die Direktionsärzte der Wiener Linien bzw. die Betriebskrankenkasse der Wiener Verkehrsbetriebe geben keine ärztlichen Diagnosen oder andere Krankenstandsdaten weiter - mit Ausnahme des Datums, an welchem der Mitarbeiter der jeweiligen Dienststelle wieder zur Verfügung stehen wird." Die Datenschutzbestimmungen würden im Interesse der Bediensteten eingehalten.

FPÖ widerspricht Darstellungen der Wiener Linien
FPÖ-Klubobmann Eduard Schock hatte in einer Pressekonferenz einen geschwärzten Krankenakt an Medienvertreter verteilt, der auch den Stempel der Personalabteilung "P21" trug. In dem Papier waren u.a. Angaben zur Krankengeschichte, Diagnose und Medikation des betroffenen Wiener-Linien-Mitarbeiters nachzulesen.

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