24.02.2018 06:00 |

Wegen Fachkräftemangel

Grüne: Asylwerber in Lehre nicht mehr abschieben

Mehr als ein Drittel der Asylwerber in Lehre muss derzeit eine Abschiebung aus Österreich befürchten. Und das, obwohl ein akuter Lehrlings- und Fachkräftemangel herrscht. Jetzt macht der oberösterreichische grüne Landesrat Rudi Anschober Druck auf die Bundesregierung. Er fordert eine Lösung nach dem deutschen "3+2"-Modell. Dort werden Asylwerber für die Dauer einer dreijährigen Ausbildung und danach für zwei Jahre Arbeitszeit geduldet. Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) prüft nun den Vorschlag.

Seit 2012 dürfen Betriebe in Österreich Asylwerber unter 25 Jahren ausbilden. Dies gilt allerdings nur für Mangelberufe, in denen es nicht genügend heimische Bewerber gibt. Doch der aufrechte Ausbildungsvertrag schützt nicht vor einem negativen Asylbescheid. Mehr als ein Drittel der 748 Asylwerber in Lehre hätten bereits einen negativen Bescheid in erster Instanz erhalten, so Anschober.

Junge Menschen in Mangelberufen wegzuschicken, sei nicht nur menschlich, sondern auch wirtschaftlich untragbar. Anschober hat die Petition "Ausbildung statt Abschiebung" gestartet und hofft, damit die Bundesregierung zum Umdenken zu bewegen. Bereits 36.500 Personen haben unterschrieben.

Besonders Oberösterreich braucht Lehrlinge
Oberösterreich ist vom Fachkräftemangel besonders betroffen. Derzeit können dort mehr als 2000 Lehrstellen nicht nachbesetzt werden. Erste Gespräche zwischen Anschober und Sozialministerin Hartinger-Klein seien konstruktiv verlaufen, hieß es. 

Damita Pressl
Damita Pressl
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