Sa, 21. Juli 2018

An Grenze zu Syrien

10.02.2018 12:31

Israelischer Kampfjet nach Einsatz abgestürzt

Bei einer Eskalation der Spannungen zwischen Israel und Syrien ist ein israelisches Kampfflugzeug an der Grenze zum benachbarten Bürgerkriegsland abgestürzt. Einer der zwei Piloten sei schwer verletzt worden, als sich die beiden Männer mit dem Schleudersitz gerettet hätten, teilte ein Armeesprecher in Tel Aviv am Samstag mit. Sie seien auf israelischem Gebiet gelandet. Die Maschine sei wahrscheinlich nicht wie zuvor kolportiert von der syrischen Luftabwehr abgeschossen worden, die Untersuchung laufe. Israel reagierte jedenfalls mit weiteren Luftangriffen gegen Ziele in Syrien.

Israelische Jets hatten im Zentrum des Nachbarlandes den wichtigen Militärflughafen Tiyas bombardiert. Dabei seien drei regierungstreue Kämpfer getötet worden, teilten regierungsnahe syrische Kreisen mit. Auch ein Munitionslager sei zerstört worden. Danach stürzte der israelische Kampfjet ab. 

Israel berichtet von iranischer Drohne - Teheran dementiert
In einer weiteren Angriffsrunde beschoss Israel auch Ziele südlich der Hauptstadt Damaskus. Die israelische Luftwaffe reagierte mit den Angriffen nach eigenen Angaben auf eine "iranische" Drohne, die über die Grenze gekommen und abgeschossen worden sei. Die Luftwaffe habe bei einem Angriff zwölf Ziele in Syrien bombardiert, darunter "iranische Ziele" und die syrische Luftabwehr, teilte die Armee mit. Während des Angriffs seien Luftabwehrraketen auf Israel gefeuert worden, im Norden des Landes hätten die Alarmsirenen geheult, hieß es weiter. Zugleich warnte das Militär, Israels Streitkräfte würden weiter entschieden gegen "solche schweren Verstöße der israelischen Souveränität durch den Iran und Syrien" vorgehen.

Der iranische Außenamtssprecher Bahram Ghassemi erklärte, der Iran habe weder Drohnen in Syrien noch sei das Land an dem jüngsten Konflikt und dem Absturz eines israelischen Kampfjets beteiligt gewesen. "Diese Vorwürfe der Zionisten sind so lächerlich, dass wir gar nicht darauf eingehen werden." Der Iran agiere in Syrien auf Wunsch der syrischen Regierung lediglich als militärischer Berater. Die syrische Armee habe zudem das "legitime Recht, auf ausländische Aggressionen zu reagieren und ihr Land zu verteidigen".

Auch die mit dem syrischen Regime verbündeten Milizen wiesen den Vorwurf zurück, eine iranische Drohne sei in den israelischen Luftraum eingedrungen. Dabei handle es sich um eine "Lüge und Verleumdung" des "israelischen Feindes".

Israel greift immer wieder Ziele in Syrien an
Der Militärflughafen T4 in der zentralsyrischen Wüste gilt als wichtiger Stützpunkt der syrischen Armee und ihrer Verbündeten. Die Regierung wird im Bürgerkrieg am Boden vor allem von Kämpfern der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah unterstützt. Diese ist eng mit dem schiitischen Iran verbunden und Israel feindlich gesinnt. 
Israel hatte in den vergangenen Monaten immer wieder Ziele in Syrien angegriffen. Erst am vergangenen Mittwoch wurde eine Militäreinrichtung nahe Damaskus beschossen. Beobachter gehen davon aus, dass sich die meisten israelischen Angriffe gegen die Hisbollah richten.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte Anfang Jänner erklärt, Israel habe "eine langjährige Politik, die Lieferung von Waffen, die das strategische Gleichgewicht zerstören, von syrischem Gebiet aus an die Hisbollah zu verhindern". Dies habe sich nicht verändert, "und wenn nötig, setzen wir sie mit Einsätzen durch".

Der israelische Botschafter in Russland, Gary Koren, warnte vor einer weiteren Eskalation im Konflikt mit dem Iran wegen dessen Präsenz in Syrien. "Wir sind zu den extremsten Maßnahmen bereit, wenn dies nötig ist", sagte er der Agentur Interfax am Samstag. Der Iran unterstützt mit Russland die syrische Regierung militärisch. Koren weiter: "Wir haben ein kritisches Interesse: zu verhindern, dass Syrien zu einem militärischen Aufmarschgebiet des Iran wird. Wie wir sehen, werden genau solche Pläne umgesetzt."

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.