Üble Sprechchöre

Schon wieder Rassismus-Skandal in Italien

Fußball
22.09.2009 23:26
Die italienische Fußballer-Gewerkschaft fordert erneut strenge Strafen wegen rassistischer Sprechchöre auf dem Spielfeld. "Wegen rassistischen Verhaltens der Fans sollten die Schiedsrichter das Match abbrechen", fordert der Präsident der Gewerkschaft Sergio Campana. Er bezog sich dabei auf das Spiel Cagliari gegen Inter Mailand am vergangenen Sonntag, das von rassistischen Gesängen der sardischen Tifosi gegen die Inter-Spieler Samuel Eto'o und Mario Balotelli (Bild) überschattet wurde.

Der Schiedsrichter ließ das Spiel fortfahren, obwohl die neuen Regeln zur Bekämpfung des Rassismus in den italienischen Stadien bei derartigen Aktionen einen Abbruch vorsehen. "Der Schiedsrichter hätte das Spiel abbrechen sollen, wie es die Regeln besagen. Die Vorschriften sollten respektiert werden", betont Campana. Der gleichen Meinung ist Inter-Präsident Massimo Moratti: "Der Referee hätte das Spiel wegen der rassistischen Sprechchöre gegen Balotelli abbrechen müssen."

Im April war Balotelli bereits von Juventus-Fans beschimpft worden. Die Turiner hatten daraufhin ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestreiten müssen. Der Fall hatte für einen Eklat gesorgt und zur Verschärfung der Regeln geführt. Gegen Cagliari sind bisher keine Sanktionen ausgesprochen worden.

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